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Eingesetzter Werkstoff ist von Temperatur des Einsatzbereichs abhängig
Welcher Werkstoff zum Einsatz kommt, ist von der Temperaturspanne des Einsatzbereichs abhängig. Beim normalen Wälzlagerstahl (100Cr6) bleibt die volle Leistungsfähigkeit bis maximal 150 °C erhalten, bei Edelstahllagern bis maximal 180 °C. Bei noch größerer Hitze wird auf Keramik zurückgegriffen, wie beispielsweise auf Siliciumnitrid (Si3N4), das sich durch eine sehr geringe Wärmedehnung auszeichnet und zusätzlich chemisch äußerst beständig ist. Bei besonders hohen Ansprüchen an Wärmebeständigkeit kommt Siliciumcarbid zum Einsatz. Bei diesem sehr harten Keramiktyp bleiben die Werkstoffeigenschaften bis über 1000 °C konstant, Korrosion und Verschleiß treten nicht auf.
In extremen Temperaturbereichen muss zudem die Lagerluft so ausgelegt sein, dass bei einer Wärmeausdehnung der Komponenten die Funktionsfähigkeit des Lagers erhalten bleibt. Des Weiteren muss eine Wärmestabilisierung erfolgen, also eine spezielle Wärmebehandlung des Werkstoffs nach dem Härten der Lager.
Schmierstoffe und Dichtungen an thermische Einflüsse anpassen
Doch es muss nicht nur das Material, sondern auch der Schmierstoff gezielt an die jeweiligen thermischen Einflüsse angepasst werden. Bis zu 160 °C kommt beispielsweise in Gehäuselagern das Abeg LBG Lithium-Komplex-Fett zum Einsatz, das gegenüber Feuchtigkeit und Chemikalien beständig ist und eine ausgezeichnete Resistenz gegen das Auswaschen des Fettes aufweist. Es lässt sich zudem auch bei starken Vibrationen, hohen Belastungen oder Stoßbeanspruchungen verwenden.
Bei noch höheren Temperaturen bis maximal 450 °C, bei denen eine konventionelle Schmierung mit Fett nicht mehr möglich ist, sind Festschmierstoffe eine Alternative. Gebräuchlich sind hier vor allem Molybdändisulfid (MoS2) und Graphit. So bietet Findling Keramiklager mit einem speziellen Graphitkäfig an, in dem die Wälzkörper geführt werden. Im Betrieb entsteht ein Abrieb von Graphit in Kleinstmengen, die zur Schmierung des Lagers ausreichen. Bei noch extremeren Einsatzbedingungen bis über 1000 °C müssen die (offenen) Lager extern geschmiert werden.
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