Spanische Zerspanungs-Power Zwei neue Generationen von Ibarmia-Bearbeitungszentren

Von Stéphane Itasse 4 min Lesedauer

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Ibarmia aus Spanien hat auf der EMO zwei neue Baureihen von Bearbeitungszentren präsentiert, die offensichtlich gut angekommen sind, weil sowohl die T- als auch die Z-Serie die Produktivität pushen.

Der spanische Werkzeugmaschinen-Hersteller Ibarmia setzt mit der neuen Generation von T12- und T16-Bearbeitungszentren neue Maßstäbe, wie auf der EMO 2023 bewiesen wurde. Aber auch die neue Generation der Z-Serie hat etliche Besucher beeindruckt. Hier mehr dazu ...(Bild:  Ibarmia)
Der spanische Werkzeugmaschinen-Hersteller Ibarmia setzt mit der neuen Generation von T12- und T16-Bearbeitungszentren neue Maßstäbe, wie auf der EMO 2023 bewiesen wurde. Aber auch die neue Generation der Z-Serie hat etliche Besucher beeindruckt. Hier mehr dazu ...
(Bild: Ibarmia)

Konzentrieren wir uns zunächst auf die T-Serie von Ibarmia: Bei den neuen universellen 5-Achs-Bearbeitungszentren T12 und T16 hat Ibarmia zur Produktivitätssteigerung die Dynamik der X-, Y- und Z-Vorschubachsen erhöht. Möglich wurde das mit einer Neukonstruktion der kinematischen Kette. Damit werden jetzt Vorschubgeschwindigkeiten bis maximal 60 Meter pro Minute auf dem T12-Bearbeitungszentrum und bis 50 Meter pro Minute auf dem T16-Bearbeitungszentrum erreicht. Außerdem konnten die Beschleunigungen auf allen Achsen auf 4,5 respektive 5 Meter pro Quadratsekunde gesteigert werden.

Die zweite wichtige Optimierung bei der T-Serie betrifft den Rundtisch. Um die Dynamik zu erhöhen, ohne an Ladekapazität zu verlieren, erhalten die sogenannten Extreme-Varianten der Bearbeitungszentren ebenfalls direkt angetriebene Rundtische, die auf den 800 × 800- und 1000 × 1000-Standardrundtischen basieren. Beim Modell T12 wurde die Nenndrehzahl auf 20 Umdrehungen pro Minute bei einer Last von vier Tonnen und 35 Umdrehungen pro Minute bei einer Last von zwei Tonnen erhöht. Die maximale Drehzahl kann beim Modell T12 bis zu 50 Umdrehungen pro Minute und bei der T16 40 Umdrehungen pro Minute betragen.

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Das sind die weiteren Merkmale der neuen Ibarmia-T-Serie

Darüber hinaus hat Ibarmia die maximale Werkzeuglänge im Standardwerkzeugmagazin der T-Serie von 450 auf 600 Millimeter erhöht. Auch der Werkzeugwechselprozess wurde optimiert. Diese und andere Maßnahmen ermöglichen beim Werkzeugwechsel eine Span-zu-Span-Zeit von sieben Sekunden für das Bearbeitungszentrum T12 und von acht Sekunden für das Modell T16. Ein höheres Bearbeitungsvolumen erreicht der spanische Maschinenbauer beim Modell T12 mit einem auf 1250 Millimeter erweiterten Störkreis. Die maximale Werkstückhöhe steigt auf 1.600 Millimeter und der Verfahrweg der Y-Achse liegt jetzt bei 1.300 Millimeter in der Standardversion. Beim Modell T16 erlaubt die geänderte Konstruktion eine maximale Werkstückhöhe von 1.700 Millimeter und einen Verfahrweg der Y-Achse von 1.600 Millimeter. Die Positioniergenauigkeit hat man ebenfalls verbessert. Die Abweichung beträgt nun maximal sechs Mikrometer, bei einer Wiederholgenauigkeit von fünf Mikrometern, unter kontrollierten thermischen Bedingungen.

Ibarmia und die Baureihe Z mit größerem Arbeitsraum

Auch für die sechste Generation der Z-Baureihe hat Ibarmia die Konstruktion erneut überarbeitet. Diese Fahrständer-Bearbeitungszentren wurden auf der EMO Hannover 2023 übrigens erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Die wichtigste Verbesserung bei der neuen Z-Serie ist der um 20 Prozent vergrößerte Arbeitsraum für die 5-Achs-Bearbeitung. Die Ingenieure haben das erreicht, indem sie den Abstand zwischen der Spindelnase und Schwenkachse der Spindel verringert haben. Statt 375 Millimeter beträgt dieser bei der neuen Generation der Bearbeitungszentren nur noch 300 Millimeter. Stellt man die Spindel horizontal, kann die Spindelnase bis auf 250 Millimeter über den Arbeitstisch abgesenkt werden (bei der vorherigen Generation der Z-Serie waren es noch 375 Millimeter). Daraus resultiert, dass zum Beispiel für die Ausführungen mit einer X-Achse von 3.000 Millimeter eine maximale Werkstücklänge von 2.400 Millimeter statt bisher 2.250 Millimeter erlaubt ist. Und bei der Werkstückhöhe sind nun 800 Millimeter möglich statt 725 Millimeter. Dabei bleibt die maximale Belastbarkeit durch das Werkstück mit bis zu 2.000 Kilogramm pro Quadratmeter so, wie sie die Anwender schätzen.

Mehr Kapazität im Werkzeuge und dynamischere Abläufe

Eine weitere wichtige Änderung findet sich beim Werkzeugmagazin der neuen Generation der Z-Baureihe. Denn es ist nun seitlich vom Bearbeitungsraum angebracht statt hinter dem Fahrständer. Dadurch kann das Werkzeugmagazin optional bis zu 60 Werkzeuge aufnehmen, was rund 50 Prozent mehr bedeutet als bei der Vorgängergeneration. Für noch mehr Werkzeuge bietet Ibarmia optional das Magazin Indunoorm an. Denn dieses System bietet sogar Platz für bis zu 120 Werkzeuge. Außerdem ist es möglich, die Werkzeuge im Magazin auch während der Bearbeitungszeit auszutauschen. Zusätzlich dringt beim Werkzeugwechsel der automatische Werkzeugwechsler nicht mehr in den Störkreis der Maschine ein. Die veränderte Position des Werkzeugmagazins ermöglicht noch weitere Verbesserungen für die neue Generation der Bearbeitungszentren: So ist der Fahrständer steifer und bewegt sich dynamischer. Die zusätzliche Beschleunigung von circa 0,5 Metern pro Quadratsekunde bedeutet einen Fortschritt von 30 Prozent. Gleichzeitig hat Ibarmia die Chance genutzt, die Z-Bearbeitungszentren stärker zu standardisieren, was die Konstruktion der Maschinen beschleunigt.

Ibarmia-Strategie zum 70. Geburtstag des Unternehmens

Vor 70 Jahren begannen Jose María Ibarmia und seine Söhne José und Enrique, die ersten beiden Generationen der Familie, mit der Herstellung von Werkzeugmaschinen in Azkoitia. Heute sind ihre Nachfolger bereit für die Zukunft und haben eine Reihe von Maßnahmen ergriffen, um ihre Präsenz auf den internationalen Märkten durch die so genannte „erweiterte Ibarmia“ zu verstärken.

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Der Geschäftsführer von Ibarmia, Koldo Arandia, führt dazu aus: „die 'Covid'-Jahre einen großen Sprung in der Nutzung von Werkzeugen wie Fernarbeit, Telearbeit oder Videokonferenzen gebracht haben. Dies ist aber eine verkehrte und begrenzte Dynamik, die uns von den Kunden und den Märkten entfernt. Aus diesem Grund haben wir beschlossen, einen anderen Ansatz zu verfolgen, die kommerzielle Zentralisierung in Azkoitia zu durchbrechen und auf andere Länder auszudehnen.“

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