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Dabei kam die zugehörige Netzwerk-Software namens Toolsnet sehr gelegen. Sie hilft bei der Sammlung der Schraubdaten und bei der Prozessoptimierung. So kann man jederzeit über einen Standard-Web-Browser auf historische Daten, Statistiken und Prozessfähigkeitskennzahlen zugreifen oder Schraubdaten in Echtzeit betrachten. Die Schraubersteuerung wurde beispielsweise so programmiert, dass bei jedem N.-i.-O.-Schraubfall die Schraubkurve gespeichert wird.
Schrauber bewältigen 500000 Arbeitszyklen mit gleicher Genauigkeit
Nicht zuletzt habe auch die hohe Anzahl von 500000 Arbeitszyklen mit gleichbleibender Genauigkeit und der damit verbundene geringe Wartungsaufwand für die Tensor-ST-Schraubspindeln gesprochen. Zudem sind sie auch noch sehr schnell.
Dass der synchron anziehende Zweifachschrauber – auch dank dieser schnellen Tensor-ST-Spindeln – daher die Montagezeiten verkürzt, ist jedoch letztlich nur ein angenehmer Nebeneffekt gewesen. Vielmehr sei es vor allem darauf angekommen, dass sich die beiden Spindeln quasi gegenseitig abstützen und so trotz der hohen Drehmomente keine Reaktionskräfte in die an Ketten frei hängenden Traktorchassis einleiten (Bild 4).
Sonst könnten die Chassis in Bewegung geraten und sich die Ketten verdrehen. Das wäre ein Sicherheitsrisiko und würde die Fördertechnik belasten.
Schraubersteuerung kann Werker vor schlechter Verschraubung warnen
Stellt die Schraubersteuerung während der Montage eine N.-i.-O.-Verschraubung fest, teilt sie das dem Werker über ein Lichtsignal und eine Hupe mit. Außerdem ist der Schrauber so programmiert, dass er im N.-i.-O.-Fall die Schrauben um eine Umdrehung löst. So wird dem Werker klargemacht, dass er diese Schrauben noch mal richtig anziehen muss.
Damit sorgt der Schraubwagen für eine hohe Disziplin bei der Montage. Zusätzlich würden nach erfolgter Anbindung an den Leitrechner fehlerhafte Verschraubungen automatisch in ein Nacharbeitssystem eingetragen. Somit ist einhundertprozentig gewährleistet, dass kein fehlerhafter Traktor das Werk verlässt.
Fertigung mit Losgröße eins
In seinem Mannheimer Werk fertigt John Deere zweischichtig rund 39000 Traktoren pro Jahr auf einer einzigen Linie. Rund 40% davon werden mit dem Schraubwagen bearbeitet. Gefertigt wird rein auftragsbezogen mit Losgröße eins.
Alle Traktoren sind bereits verkauft. Von der Bestellung bis zur Auslieferung vergehen gerade mal sechs Wochen. Und das bei einer sehr großen Ausstattungsvielfalt.
So können die Kunden beispielsweise allein unter 540 verschiedenen Reifengrößen wählen. Insgesamt gibt es 18 Modelle mit 54 bis 149 kW. Gebaut wird höchstens zwei Mal im Jahr der gleiche Traktor. Wäre man ein Automobilwerk, würde vom Kleinwagen bis zum Lkw alles auf einem Band laufen.
Leszek Irla ist Produktmanager gesteuerte Elektroschrauber und Messsysteme bei der Atlas Copco Tools Central Europe GmbH, 45141 Essen.
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