Rollsysteme Radialrollkopf mit integrierter Sensorik erhöht die Prozesssicherheit

Redakteur: Rüdiger Kroh

Rollsysteme, auch bekannt als Gewinderollköpfe, zeichnen sich bereits heute durch sehr kurze Fertigungszeiten beim Herstellen von Außengewinden aus. Sie werden im Allgemeinen auf Bearbeitungszentren und Drehmaschinen eingesetzt. Darüber hinaus ist die Festigkeit dieser durch Kaltmassivumformung hergestellten Gewinde oder anderer Profile wesentlich höher als bei spanend erzeugten Gewinden.

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Bisher funktionierten Rollköpfe jedoch ausschließlich mechanisch. Mit dem neuartigen sensorischen Radialrollkopf Typ ES16 mit mechatronischer Auslösung bieten sich dem Kunden laut Fette enorme Vorteile.

Unter anderem kann der Rollprozess jetzt einfach über NC-Befehle im Teileprogramm der Werkzeugmaschinensteuerung gestartet werden. Weiterhin überwacht eine in den Rollkopf integrierte Sensorik den Rollvorgang, so dass die Prozesssicherheit deutlich gesteigert wird.

Der sensorische Radialrollkopf bietet alle Vorteile des Gewinderollens, heißt es weiter. Die Maschinensteuerung gibt über ein Interface per Blue-Tooth-Technik drahtlos den Auslösebefehl an den Rollkopf. Dadurch betätigt ein Hubmagnet – versorgt über einen integrierten Akkumulator – den durch eine Feder vorgespannten Rollmechanismus, die Gewinderollen bearbeiten das Werkstück und spannen dabei den Mechanismus erneut vor.

Neuartige Verriegelung verhindert ungewolltes Auslösen

Ein neuartiges Verriegelungselement verhindert ein erneutes, ungewolltes Auslösen. Das Radialrollverfahren – ohnehin das schnellste Rollverfahren – wird durch eine Fertigmeldung in Echtzeit noch weiter verkürzt. Diese wird von einem Sensor an die Steuerung gegeben. Die Prozesszeit wird somit um etwa 70% reduziert, weil eine Sicherheitsverweildauer entfällt, betont das Unternehmen.

Sollte unerwartet ein Fehler im Prozess auftreten, wird dies von der Sensorik sofort erkannt. Eine Fehlermeldung geht an die Steuerung und bringt die Maschine zum Stillstand oder lässt das Werkstück aussortieren. Die Prozesssicherheit wird noch weiter erhöht, indem die Einsatzbereitschaft des Rollkopfes und die korrekte Ausspannlänge des Werkstücks abgefragt werden. Eine Kollision zwischen Werkzeug und Werkstück wird demzufolge unmöglich.

Sensoren ermitteln Vorhandensein des gerollten Gewindes am Werkstück

Das eigentliche Vorhandensein des gerollten Gewindes ist eines der wichtigsten Prüfkriterien am Werkstück. Mit Hilfe der verschiedenen Sensoren wird dieses Prüfkriterium erstmals unmittelbar abgefragt. Entsprechende Qualitätsprüfungen in gesonderten Arbeitsgängen entfallen somit und die Personalbindung kann erheblich reduziert werden.

Durch die komfortable Bedienung des sensorischen Radialrollkopfes über das NC-Programm in der Maschinensteuerung können aufwändige Auslösevorrichtungen wie Anschläge und pneumatische oder hydraulische Zylinder im Arbeitsraum der Werkzeugmaschine entfallen. So lässt sich der Rollkopf noch flexibler als seine rein mechanischen Vorgänger einsetzen. Das Einrichten des Kopfes für einen neuen Prozess wird laut Fette zum Kinderspiel.

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