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Die Nachteile des 3D-Drucks
So glücklich Friedrich mit der neuen Düse ist, gewisse Nachteile des Verfahrens möchte er seinen Kunden nicht verschweigen. „Sinterteile haben eine rauere Oberfläche als solche aus einem konventionellen Metallwerkstoff. Außen ist das in unserem Fall eine optische Sache, die wir durch Polieren beheben können. Die Rauheit der Innenflächen, die ja wieder zu Strömungsverlusten führen würde, glätten wir, indem wir flüssiges Schleifmittel mit hohem Druck durch die KSS-Düse pumpen.“
Auch das Anschlussgewinde muss in einem separaten Arbeitsgang nachbearbeitet werden, damit die erforderliche Dichtigkeit gewährleistet ist. Allerdings wurde die ursprüngliche Düse in insgesamt vier Fertigungsschritten hergestellt, während die neue in nur zwei Schritten produziert wird, sodass der vermeintliche Nachteil eigentlich keiner ist. Im Ganzen gesehen wiegt die hohe Flexibilität des Verfahrens für Dirk Friedrich deutlich schwerer als die Nachteile. „Diese Düse wäre ohne den 3D-Druck gar nicht machbar. Wenn man die Einschränkungen kennt, kann man sie kompensieren.“ Dem stimmt auch Matthias Schmidt-Lehr zu: „Häufig wird eine glatte Oberfläche gar nicht wirklich gebraucht. Bei gefrästen oder gebohrten Bauteilen ist sie eben einfach da. Wenn sie für die Funktionsfähigkeit eines Bauteils unerlässlich ist, kommt man beim 3D-Druck um eine Nachbearbeitung nicht herum.“Und auch mit einer weiteren Mär räumt er auf: „Grundsätzlich ist es so, dass viele Firmen denken, alle Bauteile ließen sich im 3D-Druck herstellen, und das generell günstiger. Tatsächlich sind es eher wenige Teile, für die sich das Verfahren eignet. Hier können die Vorteile dann aber massiv sein.“
Anwenderforum
3D-Druck – Was geht und was noch nicht
50 Düsen gleichzeitig drucken
Noch ist die neue Düse bei Grindaix ein Entwicklungsprojekt, aber einige Düsen sind schon bei Kunden im Einsatz. Friedrich ist zuversichtlich, was den künftigen Absatz angeht: „Wir sind bereits über den Prototypstatus hinaus. Gemeinsam mit Trumpf und Bionic Production haben wir Konzepte mitentwickelt, die es uns ermöglichen, auf größeren Druckern künftig bei einem Druckvorgang 50 verschiedene Düsen auf einmal zu drucken. Das wirkt sich natürlich positiv auf die Herstellungskosten aus.“ Die Flexibilität, die der 3D-Druck bietet, hat ihn auf jeden Fall überzeugt: „Mit dem Know-how, das wir uns in diesem Gemeinschaftsprojekt erarbeitet haben, können wir uns durchaus vorstellen, in Zukunft selbst 3D-Drucke zu fertigen.“
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