Additive Fertigung Forscher präsentieren 3D-Drucksystem für die Schwerelosigkeit

Quelle: Pressemitteilung von Universität Glasgow 1 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Forscher der schottischen Universität Glasgow haben ein patentiertes Verfahren für 3D-Druck in der Schwerelosigkeit entwickelt. Dieses ermöglicht es, Ausrüstung und Bauteile direkt im All zu drucken.

Das patentierte 3D-Druckverfahren ermöglicht es, Bauteile im Weltall herzustellen.(Bild:  Universität von Glasgow)
Das patentierte 3D-Druckverfahren ermöglicht es, Bauteile im Weltall herzustellen.
(Bild: Universität von Glasgow)

Das Verfahren wurde unter der Leitung von Dr. Gilles Bailet und den Forschern der James Watt School of Engineering realisiert.

Die Technologie wurde entwickelt, weil Bauteile und Geräte bisher auf der Erde produziert wurden. Wenn diese erst anschließend mit einer Rakete ins Weltall gebracht werden, können nur geringe Massen und Mengen befördert werden. Zudem besteht die Gefahr, dass die mechanischen Geräte beim Start der Rakete auseinanderbrechen.

Laut Dr. Bailet könne die Lösung des 3D-Drucks in der Schwerelosigkeit dabei helfen, Equipment wie Solarreflektoren, Kommunikationsantennen oder pharmazeutische Produkte direkt im All herzustellen. Zum Beispiel könne im Weltall hergestelltes Insulin 9-mal effektiver wirken als bisher.

So funktioniert der 3D-Drucker

Seit mehreren Jahren hat Dr. Bailet am Prototyp des 3D-Druckers gearbeitet. Anstelle von herkömmlichen 3D-Druck-Filamenten benutzt der Drucker für die Schwerelosigkeit granuläres Material. Dadurch arbeitet er effektiv in Mikrogravitation und dem Vakuum des Weltraums.

Im November wurde die neue Technologie ausgiebig im Rahmen einer parabolischen Flugkampagne getestet. Dabei wurde die Schwerelosigkeit durch achterbahnähnliche Auf-und Abstiege der Flugzeuge simuliert, was ihnen den Namen „vomit comet“ einbrachte. Die Testung in der Mikrogravitation verlief erfolgreich. Dr. Bailet zeigt sich zuversichtlich darüber, dass die Drucktechnologie nun bereit für den Einsatz im Weltall sei.

Finanzierung in der Zukunft

Nach der erfolgreichen Testung unter Mikrogravitationsbedingungen sucht das Team nun nach finanzieller Unterstützung, um das System im All zu testen. Unterstützt durch die britischen Raumfahrtsbehörde (UK Space Agency) verspricht das Projekt außerdem, dass zukünftige Produktionen im Weltraum keinen weiteren Beitrag zur Weltraumvermüllung leisten.

Das Team um Dr. Bailet forscht außerdem an Methoden, um Elektronik direkt in das Druckmaterial zu verarbeiten. So sollen die Funktionalität der im Weltraum hergestellten Geräte verbessert und die Systeme im All nachhaltiger gestaltet werden.

(ID:50309812)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung