SIM-Karten-Gaunereien Achtung! SIM-Betrügereien mit diversen Kartentypen aufgedeckt

Quelle: dpa 4 min Lesedauer

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Laut Studie der Universität Cambridge werden physischen und virtuellen SIM-Karten für die Verifikation von gefälschten Online-Konten bei Social-Media-Plattformen oder E-Commerce-Anbietern verwendet.

Hirn einschalten! Wissenschaftler aus Cambridge haben einen umfangreichen Graumarkt ausgemacht, auf dem SIM-Karten verschiedener Hersteller zu Betrugszwecken missbraucht werden. Lesen Sie hier, auf was man da gefasst sein muss ...(Bild:  SIM-Salabim)
Hirn einschalten! Wissenschaftler aus Cambridge haben einen umfangreichen Graumarkt ausgemacht, auf dem SIM-Karten verschiedener Hersteller zu Betrugszwecken missbraucht werden. Lesen Sie hier, auf was man da gefasst sein muss ...
(Bild: SIM-Salabim)

Ein umfangreicher internationaler Graumarkt mit SIM-Mobilfunkkarten von Anbietern wie SMSActivate, 5Sim, SMShub und SMSPVA fördert laut Erkenntnissen der Universität Cambridge im großen Stil Manipulationen und Betrügereien im Internet. Es handle sich um einen florierenden Untergrundmarkt, auf dem unauthentische Inhalte, eine unechte Popularität und politische Einflusskampagnen leicht und offen zum Verkauf stehen würden. Viele Online-Plattformen, heißt es weiter, verlangen bei der Einrichtung eines neuen Kontos eine Verifikation via SMS. Diese Sicherheitsmaßnahme soll eigentlich dazu dienen, die Authentizität von Konten zu bestätigen und die massenhafte Erstellung gefälschter Profile einzudämmen. Die Verifizierung sollte außerdem bestätigen, dass wirklich ein Mensch ein Konto bei Diensten wie WhatsApp, Telegram, Facebook, X, Shopify und Amazon einrichten will. Mit den SIM-Karten aus dem Graumarkt werden aber in diesem Fall virtuelle Bot-Armeen verifiziert, wie Cambridge warnt.

Kriminelle und schräge Politiker plustern sich künstlich auf

Kriminelle, aber auch durchaus intransparente politische Akteure nutzen die Fake-Konten zum einen dazu, ihre eigene Online-Präsenz größer erscheinen zu lassen als sie tatsächlich ist. Dabei werden die Zahlen künstlich aufgebläht, so dass sie überwältigend erscheinen, aber eigentlich wenig bedeuten. Das betrifft etwa Likes, Follower oder Shares, die einfach gekauft oder manipuliert wurden, um einen Account populärer wirken zu lassen. Mithilfe von SIM-Karten des Graumarktes werden aber auch Social-Media-Konten erstellt, die absichtlich sehr wütend machende oder provozierende Inhalte posten, damit viele Menschen heftig reagieren und kommentieren, weil sie die Kommentare für relevant halten. Diese Aktionen werden außerdem oft geplant und penibel orchestriert, damit ein Trend entsteht, der auch arglose Nutzer beeinflussen soll.

Preisschwankungen bei Fake-SIM-Verifikationen aufgedeckt

Die britischen Forscher fanden dabei auch noch heraus, dass sich die Preise für die Fake-SIM-Verifikationen je nach Anwendung und vermeintlichem Herkunftsland der Karte beträchtlich unterscheiden können. Am teuersten sei demnach WhatsApp mit einem Durchschnittspreis von 1,02 Dollar pro Verifizierung, gefolgt von Telegram mit 0,89 Dollar pro Kontobestätigung. Bestätigungen für Online-Plattformen, bei denen die Mobilfunknummer der Nutzer im Gegensatz zu WhatsApp und Telegram nicht offen eingesehen werden kann, seien dagegen für weniger Geld zu haben. Facebook, Grindr und Shopify kosteten durchschnittlich acht Cent (US) pro Verifizierung. Für Konten bei X und Instagram sind es zehn Cent, bei TikTok und LinkedIn sind es elf Cent und bei Amazon durchschnittlich zwölf Cent.

Neuer Dienst erfasst jetzt tägliche Preise für SIM-Karten-Verifizierungen

Um den Handel mit SIM-Karten-Verifikationen transparenter zu machen, haben die Wissenschaftler den „Cambridge Online Trust and Safety Index“ (COTSI) entwickelt, der die täglichen Preise für SMS-Verifizierungen für 197 Länder und über 500 Plattformen erfasst, wie man erfahren darf. Mithilfe der COTSI-Daten, die übrigens im Web kostenlos unter cotsi.org verfügbar sind, konnten die Wissenschaftler auch herausfinden, ob und wie der Markt auf politische Ereignisse reagiert. Dazu wurden im Vorfeld von 61 nationalen Wahlen die Preisdaten für acht Social-Media-Plattformen (Google, YouTube, Gmail, Facebook, Instagram, X, WhatsApp, TikTok, LinkedIn und Telegram) analysiert. Es stellte sich heraus, dass die Preise für SMS-Verifizierung für Telegram und WhatsApp in den 30 Tagen vor einer nationalen Wahl spürbar ansteigen. Die Preise für Telegram-Verifizierungen legten durchschnittlich um 12 Prozent zu, bei WhatsApp waren es plus 15 Prozent. Bei den anderen sechs Plattformen blieben die Preise allerdings stabil, wie angemerkt wird.

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