Oberflächentechnik Alkalischer Reiniger ersetzt Flusssäure beim Beizen
Zum Beizen gegossener Aluminiumteile bietet ein alkalischer Reiniger nicht nur mehr Arbeitssicherheit bei der Vorbehandlung zum Pulverlackieren, er ermöglicht auch genauso gute Ergebnisse wie bei Verwendung von Flusssäure. Reinigung und Beizen der Teile erfolgen dabei in einem Arbeitsgang.
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Aluminium-Druckgussteile werden oft mit Pulverlack beschichtet. Die Gründe dafür sind funktioneller Oberflächenschutz und ansprechendes Aussehen. Um beides bei Elektrowerkzeugen umzusetzen, ist vor dem Beschichten der Teile eine Vorbehandlung erforderlich.
Beizen lässt Lack auf Aluminium haften
So kommt bei gegossenen Aluminiumteilen häufig noch das Beizen mit Flusssäure zur Anwendung, damit die porigen Bauteiloberflächen leicht „angelöst“ und „geöffnet“ werden. Ziel ist die Maximierung der Lackschichthaftung. Das funktioniert sehr zuverlässig.
Allerdings hat das Beizen mit Flusssäure auch Schattenseiten. Aufgrund der geringen Dissoziation, der hohen Lipidlöslichkeit und Polymerisation ist Flusssäure gesundheitsschädlich. Daher hat der Werkzeughersteller Mafell in Oberndorf am Neckar vor kurzem die Vorbehandlung umgestellt (Bild 1): auf den alkalischen Reiniger Dansoclean A 6125 des Herstellers Dansotec, Würselen bei Aachen.
In einem Arbeitsgang schonend reinigen und beizen
Seit der Umstellung finden die Reinigung und das Beizen schonend in einem Arbeitsgang statt. Dennoch werden Trennmittel, die zum Entformen der Gussteile erforderlich sind, von den Oberflächen entfernt.
Damit verbunden ist ein Aufrauprozess: Die Poren der aus den Aluminiumlegierungen AlSiCu3 und AlSi9Cu3 gegossenen Gehäuse- und Geräteteile werden geöffnet. Dass der alkalische Reiniger dafür geeignet ist, war aus Versuchen mit anderen Teilen bekannt.
So wurden bei Dansotec schon Kontrollen zur Lackhaftung auf Aluminium-Druckgussteilen im Labor vorgenommen. Dabei kam das Gitterschnittverfahren zur Anwendung. Die Ergebnisse zeigten laut Mafell keinen Unterschied. Das ermöglichte, die Umstellung auf den alkalischen Reiniger in der Produktion innerhalb kurzer Zeit vorzunehmen, nachdem man den Wechsel bei der Reinigung spanend bearbeiteter Metallteile kurz zuvor abgeschlossen hatte.
Alkalischer Reiniger ersetzt gefährliche Flusssäure
Am Ende dieses Projekts stand auch das Gesundheitsrisiko beim Beizen mit Flusssäure zur Diskussion: Flusssäure dringt ins menschliche Gewebe ein. Das kann zu einer starken Verätzung tieferer Gewebeschichten und sogar der Knochen führen, ohne dass die Haut sichtbar verletzt ist. So kam der alkalische Reiniger bei den im Druck- und Sandguss gefertigten Aluminiumteilen des Werkzeugherstellers ins Spiel.
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