Werkstoffe Als Werkstoff für extreme Anforderungen erfährt technische Keramik steigende Akzeptanz

Redakteur: Josef-Martin Kraus

Wieder einmal erhält heute ein Produkt aus technischer Keramik auf der Hannover-Messe einen Preis. Diesmal sind es Keramiknoppen des Herstellers Etec in Lohmar, die am ersten Veranstaltungstag auf der Messe mit dem IF Material Award 2007 ausgezeichnet werden. Ansonsten steht der Werkstoff wenig im Rampenlicht.

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Die Marktdurchdringung vollzieht sich laut dem Verband der keramischen Industrie e.V., Selb, eher im Stillen. Das liegt daran, dass techni-sche Keramik einerseits ein Werkstoff für Nischenanwendungen ist. Nach Angaben des Verbands kommt er dort zur Anwendung, wo konventionelle Werkstoffe versagen oder technische Keramik ein Zugewinn an Funktionalität und Wirtschaftlichkeit verspricht.

Andererseits werden daraus überwiegend kleinere Bauteile hergestellt. In Anlagen, Maschinen und Geräten sind sie vom Gehäuse verdeckt. Technische Keramikteile sieht man häufig nicht, der Werkstoff wird daher trotz betriebswichtiger Funktionseigenschaften in der Öffentlichkeit wenig wahrgenommen.

Gemeinschaftsstand will Keramik stärker ins Bewusstsein bringen

Auf dem Gemeinschaftsstand des Verbands will man das zumindest bei den Messebesuchern ändern. Dort präsentieren zehn Aussteller Funktionsteile aus technischer Keramik. Ein Großteil geht dabei in die Automobilindustrie. „Jeder von uns ist in irgendeiner Form Zulieferer für diese Branche“, sagt Prof. Dr. Jürgen Huber, der beim Aussteller Ceramtec, Plochingen, als Vorstandsmitglied für den Bereich Funktionskeramik zuständig ist und beim Verband der Fachgruppe Technische Keramik vorsitzt.

Bei Automobilen profitiert der Werkstoff von der Zunahme an Elektrik und Elektronik. Das hat wesentlich zum Produktionszuwachs bei Bauteilen aus technischer Keramik beigetragen. Jedoch gelten auch andere Branchen als Wachstumstreiber, insbesondere der Maschinenbau und der medizinische Anwendungsbereich. Ingesamt entwickelt sich der Industriebedarf sehr positiv. So kennt der Ceramtec-Manager „kaum noch eine technische Branche, die wir nicht mit Produkten beliefern“. Dazu wird aus einer Werkstoffvielfalt geschöpft, die es laut Huber „fast mit der Klasse der Stähle“ aufnehmen kann – und immer wieder zu überraschenden Anwendungen führt, wie bei den Noppen von Etec aus Hochleistungskeramik. Sie ermöglichen, dass weltweit auf Sprungschanzen in den schneelosen Monaten Skispringen betrieben werden kann.jk

Gemeinschaftsstand Keramikverband, www.keramverband.de, Halle 5, Stand D34

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