Antriebstechnik

Antriebe in der Glasproduktion halten hohen Temperaturen stand

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Von der Schmelzwanne gelangt die flüssige Glasmasse über eine Arbeitswanne zum Feeder (Bild 1). Hier werden die einzelnen 1100 °C heißen Glastropfen grammgenau abgetrennt. Die Glastropfen fallen in die sogenannte IS-Maschine und werden in einem zweistufigen Arbeitsverfahren zu Glasbehältern geformt. Eine IS-Maschine, benannt nach den Erfindern Ingle und Smith, ist eine Aneinanderreihung einzelner Produktionseinheiten, die unabhängig voneinander Behälter produzieren.

Messer schneiden einzelne Glastropfen

Oberhalb der Maschine, am Feederkopf, befindet sich eine Speisermaschine, die mit gekühlten Messern einzelne Glastropfen schneidet; anschließend werden die Tropfen über ein Rinnensystem und den Tropfenverteiler den Produktionssektionen der IS-Maschinen zugeführt.

In den Stationen werden die Glastropfen in einzelnen Schritten im Blas-Blas- oder im Press-Blas-Verfahren zu fertigen Behältern verarbeitet und über ein Band in die Kühlbahn transportiert. Der Antrieb der IS-Maschinen ist zwar im Allgemeinen pneumatisch angelegt, aber in der Tropfenabtrennung und der Behälterentnahme wurde modernisiert und auf Servotechnik umgerüstet.

Die Abtrennung erfolgt mechanisch über gekühlte Messer. Diese werden von Servomotoren des Typs CFM 90 M von SEW-Eurodrive über eine mechanische Kurvenscheibe angetrieben. Die Servomotoren dienen als Masterantrieb für alle folgenden Antriebe in den IS-Maschinen, weil der hier umgesetzte Synchronlauf die Taktzeiten der Weiterverarbeitung beeinflusst. Die Arbeitsbedingungen sind für die Motoren eine echte Herausforderung: Zum einen herrscht eine hohe Umgebungstemperatur von 95 °C; zum anderen sind sie eng verbaut und somit nicht regelmäßig und einfach zu reinigen.

Servomotoren für den Transport der Gläser arbeiten bei 50°C

Ähnlich sieht die Situation für die 14 CFM-71-M-Servomotoren aus, die die Gläser nach der Entnahme aus der Form weitertransportieren. Diese haben es zwar mit 50 C° etwas kühler, arbeiten aber unter ähnlichen Bedingungen. Dennoch funktionieren die Motoren den Angaben zufolge extrem zuverlässig; seit drei Jahren sind sie permanent im Einsatz und noch nicht ausgefallen.

Die abgetrennten flüssigen Glastropfen fallen in der IS-Maschine über ein Rinnensystem in eine Vorform und werden dann in die vom Kunden gewünschte Form gebracht (Bild 2). Um flexibel in der Produktion zu sein, wurde ein Programm für die Ablaufsteuerung Ipos geschrieben. Damit werden die Entnahmezeiten des noch heißen Hohlglases aus der Form beschleunigt, ohne dass beim Absetzen der Gläser Bruch entsteht.

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