Arburg Arburg geht weltweit mit drei Baureihen künftigen Herausforderungen beim Spritzgießen an
Düsseldorf (jk) – Bei der Weiterentwicklung horizontaler Spritzgießmaschinen konzentriert sich der Hersteller Arburg, Loßburg, künftig auf drei Baureihen: die elektrische Spritzgießmaschinen-Baureihe Allrounder A, die Spritzgießmaschinen-Baureihe Allrounder Golden Edition sowie die Spritzgießmaschinen-Baureihe Allrounder S, die laut Michael Hehl, Sprecher der Arburg-Geschäftsführung, nicht nur überarbeitet wurde. Vielmehr sei sie auf Basis der etablierten Spritzgießmaschinen-Reihen Allrounder S und U neu entstanden.
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Die neue Spritzgießmaschinen-Baureihe Allrounder S wurde auf der K 2007 erstmals vorgestellt. Mit dieser Baureihe, die Schließkraftgrößen von 125 bis 5000 kN umfasst, soll ein sehr breites Anwendungsspektrum abgedeckt werden: von Commodity- bis zu komplexen Spritzgießanwendungen in automatischen Fertigungszellen. Damit erhält sie als Umsatzträger eine noch größere Bedeutung für den Schwarzwälder Maschinenhersteller, der vergangenes Jahr mit einem Umsatzrekord abschloss.
In 2006 betrug der Umsatz der Produktionsgesellschaft Arburg GmbH + Co. KG rund 306 Mio. Euro. Davon wird rund 60% im Ausland erzielt. Dieser Rekordwert könnte bald schon der Vergangenheit angehören. „Aus heutiger Sicht können wir bereits sagen“, verriet Hehl auf der Messe, „dass wir 2007 den Rekordumsatz übertreffen werden.“
Der hohe Exportanteil des Schwarzwälder Hersteller von Spritzgießmaschinen und Handlinggeräten für die Teileentnahme verlangt globales Agieren. Mittlerweile ist Arburg mit eigenen Organisationen in 22 Ländern an 30 Standorten vertreten. Dazu kommen noch Handelspartner in mehr als 50 weiteren Saaten. „Wir bauen unsere internationale Präsenz ständig aus“, berichtete der Sprecher der Arburg-Geschäftsführung.
USA bleibt wichtigster Absatzmarkt für Spritzgießmaschinen trotz dortiger Marktturbulenzen
So ist Arburg seit kurzem in den USA mit zwei weiteren Niederlassungen vertreten: in Südkalifornien und im Großraum Chicago. Die dortige Zentrale ist weiterhin in Newington/Connecticut. Die USA ist für Arburg der wichtigste Auslandsmarkt, obwohl der dortige Markt für Spritzgießmaschinen in den vergangenen Jahren deutlich schrumpfte. Dennoch birgt die USA für Arburg auch in Zukunft ein großen Absatzpotenzial. Zeichen dafür werden im Kaufverhalten der US-amerikanischen Spritzgießer gesehen.
„Der amerikanische Kunde braucht Hochleistungsmaschinen mit hoher Verfügbarkeit, exzellenter Präzision und verlässlicher Unterstützung“, berichtete Helmut Heinson, Arburg-Geschäftsführer Vertrieb auf der K 2007. So öffnet sich die USA zunehmend für das Projektgeschäft.
Zunehmende Erfolge auf dem schwierigen Markt Asien
In Asien behauptet sich Arburg laut Heinson „mit zunehmenden Erfolg“. Ausdruck findet diese Entwicklung in einer deutlich gestiegenen Präsenz in dieser Region innerhalb der vergangenen zwölf Monate. Diese Entwicklung geht mit steigenden Verkaufszahlen am asiatischen Markt für Spritzgießmaschinen einher, zum Beispiel in China, wo bereits nach drei Jahren der Standort in Shanghai zu klein wurde. „Wir mussten vor einigen Wochen in größere Räumlichkeiten umziehen“, so der Arburg-Geschäftsführer Vertrieb. „Arburg hat noch nie in China mehr Maschinen verkauft als in diesem Jahr.“
Dennoch bleibt Asien laut Heinson „sicher einer der schwierigsten Märkte“. Dabei seien es „nicht primär die sogenann-ten Low-Cost-Maschinen aus der chinesischer Fertigung, die uns Sorgen bereiten“. Vielmehr sieht er die aktuelle Wechselkursituation zwischen der europäischen und japanischen Währung als problematisch an. „Davon profitiert der japanische Wettbewerb momentan in hohem Maße.“ Die japanischen Hersteller können nach seiner Ansicht fast gleichwertige Spritzgießmaschinen zu deutlich günstigeren Konditionen anbieten. Außerdem gebe „das Verhalten mancher europäischer Mitstreiter am Markt uns doch einige Rätsel auf“.
Nachfrage-Veschiebung in Europa von West nach Ost
In Europa stellt Heinson eine Nachfrage-Verschiebung bei Spritzgießmaschinen fest. Sie wandere von West- nach Zentral- und Osteuropa. Dort liegten „die Wachstumsmärkte in unserer Branche“. Darauf hat sich Arburg laut dem Geschäftsführer Vertrieb schon „zu Beginn der neunziger Jahre“ vorbereitet. Seitdem wurden dort Niederlassungen in verschiedenen Ländern aufgebaut. „Wir freuen uns heute über gute Geschäfte in dieser Region“, stellt Heinson fest. Ein weiterer Ausbau der dortigen Präsenz sei „sowohl organisatorisch als auch personell zügig“ geplant.
Mehr als 40% des europäischen Umsatzes macht der Hersteller mit Spritzgießmaschinen in dieser Region – auf Kosten von Westeuropa, zum Beispiel Ländern wie England, Frankreich, Spanien und Italien, die laut Heinson wichtig für den Absatz von Arburg-Spritzgießmaschinen bleiben werden. In diesen Ländern sei der Absatz bei Spritzgießmaschinen in den vergangenen Jahren „teilweise auf weniger als die Hälfte zusammengeschrumpft“.
Standort Deutschland hat für Spritzgießer wieder an Attraktivität gewonnen
Eine Ausnahme dabei bildet der Standort Deutschland, der für Spritzgießer wieder an Attraktivität gewonnen hat. „Insbesondere mittelständische Unternehmen, die in der Vergangenheit in so genannte Billiglohnländer investiert haben, erkennen heute, dass eine Produktion in Deutschland durchaus wettbewerbsfähig arbeiten kann“, stellt Heinson fest.
So hat sich bei diesen Spritzgießern inzwischen ein Umdenken breit gemacht, das bei Arburg nie notwendig war. Trotz der globalen Präsenz des Schwarzwälder Herstellers von Spritzgießmaschinen wird ausschließlich in Deutschland produziert: am einzigen Produktionsstandort für Arburg-Spritzgießmaschinen in Loßburg.
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