Wandern im finstern Tal Auftragsmangel beherrscht die deutsche Kunststoffindustrie

Quelle: Tecpart 3 min Lesedauer

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Tecpart – Verband Technische Kunststoff-Produkte hat vor einiger Zeit den „Marktbericht der Kunststoffverarbeitenden Industrie 2024“ vorgestellt. Folgendes Bild hat sich daraus ergeben ...

Die Rädchen im Getriebe der deutschen Kunststoffverarbeitung sind ziemlich durcheinander, weshalb die Geschäfte mehr und mehr ins Stocken geraten. Hier eine Marktanalyse des Geschehens.(Bild:  Heckenschober)
Die Rädchen im Getriebe der deutschen Kunststoffverarbeitung sind ziemlich durcheinander, weshalb die Geschäfte mehr und mehr ins Stocken geraten. Hier eine Marktanalyse des Geschehens.
(Bild: Heckenschober)

Der globale Markt für technische Kunststoffe wird bis 2030 laut Prognosen von jetzt rund 450 Milliarden auf mindestens 730 Milliarden Euro anwachsen. Am gefragtesten wird ABS sein, dem eine Wachstumsrate von rund 5 Prozent nachgesagt wird. Polyethylen (PE) dominiere weiterhin das Geschehen aufgrund seiner Vielseitigkeit. Doch die Unternehmen aus der deutschen Kunststoffverarbeitung werden aber weiterhin von Umsatzrückgängen geplagt. Im letzten Jahr schrumpfte der Umsatz nämlich um 4,3 Prozent, was rund drei Milliarden Euro weniger bedeutet, wie es konkret heißt. Einseitige politische Prioritäten haben in den vergangenen Jahren die Rahmenbedingungen für Kunststoffverarbeiter am Standort Deutschland geschwächt. Die Auswirkungen heißen gestiegene Kosten, zu viel Bürokratie, Abwanderung und Kapazitätsabbau. Die Lage ist alarmierend, so Felix Loose, geschäftsführender Gesellschafter der Roga-Gruppe und Vorsitzender des Tecpart. Die neue Regierung muss deshalb schleunigst entscheidende Maßnahmen umsetzen, um die Schieflage zu beenden. Es gehe um nicht weniger als die Zukunftsfähigkeit des Industriestandortes – insbesondere für Kunststoffverarbeiter und -recycler. Loose spricht von Wirtschaftsnotstand, denn von Auftragsmangel sind demnach rund 80 Prozent der Unternehmen betroffen. Auch die Coronakrise sei noch spürbar. Nach heutigem Stand werden die deutschen Kunststoffexperten vom wachsenden Markt technischer Kunststoffe kaum profitieren. Vor allem der Mittelstand gehört mal wieder zu den Leidtragenden, während die noch profitabel agierenden Player ihre Gewinne im Ausland erwirtschaften können.

Auch die stärksten Kunststoffsegmente leiden

Besonders deutlich war der Rückgang in den umsatzstärksten Segmenten der Kunststoffverarbeitung, denn der Sektor technische Teile knickte um 5,6 Prozent ein. Und die Baubranche liegt derzeit bei etwa 6,5 Prozent unter dem Vorjahreswert. Die Menge des verarbeiteten Kunststoffes fiel ebenfalls (von 12,8 Million Tonnen auf 12,3 Millionen Tonnen). Die Polymerverbrauch für technische Teile verringerte sich dabei um 6 Prozent. Im Bereich Bauprodukte belief sich das Minus beim Materialverbrauch auf 5 Prozent. Der Anteil von Rezyklaten in Kunststoffteilen wächst leicht (von 18,7 Prozent auf 19,5 Prozent). Aber die verarbeitete Menge blieb wegen des Auftragsrückgangs bei den Rezyklaten gleich. Sinkende Umsätze und steigende Personalkosten führten im letzten Jahr auch dazu, dass nur 14 Prozent der Unternehmen aus der Kunststoffbranche mehr Gewinn machten. Bei über 50 Prozent purzelten die Gewinne. Das hatte negative Auswirkungen für die Zahl der Mitarbeiter, die deshalb um 2 Prozent (auf rund 310.000 Personen) geschrumpft ist. Und die Kernmärkte für technische Teile befinden sich weitgehend unter Druck. Rekordwerte bezüglich schlechtem Geschäftsklima und Auftragsrückgang in der Automobilindustrie, anhaltende Abwärtstrends in der Elektro- und Elektronikindustrie und eine sich verschlechternde Geschäftslage im deutschen Maschinenbau sprechen für sich.

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