Unternehmensführung Aus Nachhaltigkeit können Unternehmen viel Profit schlagen
Ein einfacher grüner Anstrich reicht nicht mehr aus: Der Druck auf die Unternehmen, selbst nachhaltiger zu wirtschaften, wächst immer mehr. Dass mehr Ökologie zugleich auch mehr Profit bedeuten kann, zeigen nicht nur Fallbeispiele aus Unternehmen, sondern auch eine neue Studie.
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Wir versuchen, Energieeffizienz mit Materialeinsparungen und Innovation zu verbinden, nur so kommen wir entscheidend voran“, sagt beispielsweise Volker Schroiff, Technology Management bei Freudenberg Sealing Technologies. Mit halben Sachen begnügt er sich dabei nicht: „Wir wollen an die Kernprozesse heran.“
In den industriellen Prozessen stecken noch immense Einsparmöglichkeiten
Die Ergebnisse bestätigen seinen Ansatz. So hat Freudenberg sowohl bei seinen Produkten als auch bei seinen Prozessen eine größere Umweltfreundlichkeit erreicht. Als Beispiel nannte Schroiff zum Einen die gasgeschmierte Gleitringdichtung Levitex für Automobile, die im Vergleich zum herkömmlichen Simmerring deutlich weniger Reigung verursacht. Bei den Produktionsprozessen konnte Freudenberg Sealing Technologies beispielsweise dadurch Energie und Material einsparen, dass Isolierungen an den Spritzgießmaschinen und -werkzeugen für eine bessere Wärmenutzung sorgen. „Nur durch ein neuartiges Konzept zur Werkzeugtemperierung von Werkzeugmaschinen können wir an einer Spritzgießmaschine 30 t CO2 oder 5500 Euro pro Jahr sparen“, erläutert Schroiff, „und wir haben Hunderte davon“.
In einem anderen Fall ging das Unternehmen vom Stanzen von Stahlblechringen dazu über, sie aus einem dünnen Stahlblech umzuformen und zu schweißen, auf einer eigens dafür entwickelten Schmalband-Umform- und Laserschweißanlage (SUL). „Wir haben eigens zusammen mit Trumpf einen Laser entwickelt, der das Blech sowohl schneiden als auch schweißen kann“, verdeutlicht Schroiff den Aufwand. Auch war es notwendig gewesen, die Mitarbeit für die neue, kompliziertere Maschine zu schulen. Doch mit 73 % Materialeinsparung durch den neuen Prozess kann sich das Ergebnis sehen lassen. „Pro installierter SUL-Anlage sparen wir jährlich 1800 t Stahl, 2400 l Ziehöle und 188.000 Nm³ Druckluft“, sagt Schroiff, „dazu kommen um 90 % kostengünstigere Werkzeuge, eine um 80 % reduzierte Rüstzeit, geringere Instandhaltungskosten durch einen verschleißfreien Betrieb, eine höhere Designflexibilität und eine schnellere Musterdurchlaufzeit.“
Druck zur Kostensenkung ermutigt auch zur Nachhaltigkeit
Auch Witte Automotive aus Velbert konnte Nachhaltigkeit mit Profit umsetzen. „Der Haupttreiber war am Anfang der Druck zur Kostensenkung“, berichtet Dr. Matthias Finking, Geschäftsführungsassistent und Risikomanager des Unternehmens. Witte nahm verschiedene Projekte in Angriff, von der verbesserten Isolierung von Druckgussmaschinen und spezieller Farbe zur Verringerung ihrer Abwärme über die Regelung von Kühlpumpen und die Optimierung der Temperatur des Kühlsystems der Druckgussmaschinen bis hin zur Verbesserung der Absaugung durch Schürzen an diesen Anlagen.
Mittlerweile spart das Unternehmen 600 kWh Energie pro Jahr ein, was 400 t weniger CO2 entspricht. Bei den Kosten entspricht das 100.000 Euro weniger Ausgaben pro Jahr, bei Anfangsinvestitionen von 150.000 Euro. „Wenn man sich die Amortisationsdauer anschaut, hat man den Invest schnell wieder reingeholt“, bilanziert Finking.
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