Sommer-Konjunkturumfrage Bayerische Metall- und Elektroindustrie: Schlechte Lage, steigende Zuversicht

Quelle: Pressemitteilung von bayme vbw 3 min Lesedauer

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Die Lage in der bayerischen Metall- und Elektroindustrie war im ersten Halbjahr 2025 weiterhin schlecht, die Aussichten für die künftige Entwicklung haben sich aber verbessert.

Brossardt: „Konjunktureller Tiefpunkt überwunden, strukturelle Herausforderungen  bleiben bestehen“(Bild: ©  stock.adobe.com)
Brossardt: „Konjunktureller Tiefpunkt überwunden, strukturelle Herausforderungen bleiben bestehen“
(Bild: © stock.adobe.com)

Die inländischen Produktionspläne liegen wieder im positiven Bereich. Die Investitions- und Beschäftigungspläne hingegen bleiben negativ. Laut Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der bayerischen Metall- und Elektro-Arbeitgeberverbände bayme vbm, sei der konjunkturelle Tiefpunkt überwunden, die strukturellen Herausforderungen blieben jedoch bestehen. Laut Umfrage hat sich die aktuelle Geschäftslage im Vergleich zum Winterhalbjahr verbessert, befindet sich jedoch weiterhin im negativen Bereich. Immerhin fast jedes vierte Unternehmen bewertet diese mittlerweile als gut. Der Saldo aus positiven und negativen Antworten liegt im Inlandsgeschäft bei -7,5 Punkten und im Auslandsgeschäft bei -1,3 Punkten.

Die Erwartungen für das Inlandsgeschäft sind erstmals seit vier Jahren wieder positiv. 36 Prozent erwarten in den kommenden sechs Monaten eine Verbesserung, nur noch sieben Prozent mit einer Verschlechterung.Trotz der weiterhin schwierigen Gesamtlage sehen viele Unternehmen Licht am Ende des Tunnels, so Brossardt. Das sei eine gute Nachricht, und es bestehe die Hoffnung, dass der „Drive“ der Bundesregierung zu weiteren Verbesserungen führen werde.

Positive Produktionspläne und steigende Investitionsbereitschaft in der M+E-Branche

Erstmals seit zwei Jahren zeigen die inländischen Produktionspläne einen positiven Saldo von +4,5 Punkten. Im zweiten Halbjahr wird ein moderater Anstieg erwartet. Die Produktion 2025 könnte um etwa ein Prozent über dem Durchschnitt von 2024 liegen.

Die Inländischen Investitionspläne der M+E-Unternehmen sind im Saldo immer noch negativ bei -8,3 Punkte, während die ausländischen bei +18,7 Punkten liegen. Die Investitionsbereitschaft nehme wieder zu,findet Brossardt. Jetzt sei es wichtig, zügig weitere Maßnahmen aus dem Sofortprogramm umzusetzen; besonders nennt er die Flexibilisierung der Arbeitszeiten und den Bürokratieabbau. Nur so könne der Standort wieder an Attraktivität gewinnen und Investitionen anziehen, betont Brossardt.

Zölle und Handelsbarrieren beeinflussen Exportgeschäft bayerischer Unternehmen

Die Wettbewerbsfähigkeit bleibt trotz des schwierigen außenwirtschaftlichen Umfelds eine Daueraufgabe. Vor allem die Zoll- und Handelspolitik von US-Präsident Trump beeinträchtigt die Unternehmen, wie die Umfrage zeigt. Mehr als jedes zweite bayerische M+E-Unternehmen exportiert in die USA. Über die Hälfte davon war bereits von Zollsteigerungen betroffen. Bei jeweils einem Drittel wurden Bestellungen reduziert oder verschoben, bei 13 Prozent wurden Bestellungen sogar vollständig storniert. Laut Brossardt schaden Zölle und Handelsbarrieren der Wirtschaft, verteuern Exporte und bremsen den Außenhandel.

Durch eine Verhandlungslösung zwischen den USA und der EU sei ein Handelskrieg vermieden worden. Das gebe den Unternehmen mehr Planungssicherheit. Die Zölle von 15 Prozent würden die Exporte verteuern, das Wachstum bremsen und den Handel mit den USA erschweren, sagt Brossardt.

Die EU hat zugesagt, mehr Energie, KI-Chips und Rüstungsgüter aus den USA zu kaufen. Das werde Europa in manchen Bereichen belasten. Das Ausmaß lasse sich derzeit nicht absehen. Langfristig müsse das Ziel sein, Zölle und Handelsbarrieren weiter abzubauen. In jedem Fall steige der Druck, die eigene Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern, so Brossardt.

Trotz positiver Erwartungen – Ertragslage ist weiterhin kritisch

Die Beschäftigungspläne der M+E-Unternehmen bleiben im negativen Bereich, zeigen aber einen positiven Trend. Nur noch 17,5 Prozent der Firmen rechnen mit Stellenabbau. Trotzdem würden bis Jahresende voraussichtlich rund 20.000 Jobs verloren gehen, so Brossardt. Fast ein Fünftel der Betriebe schreibe Verluste und ein weiteres Viertel verdiene kaum. Die Beschäftigten seien „die Leidtragenden einer lange verfehlten Industrie- und Standortpolitik“, sagt Brossardt. Die wirtschaftliche Erholung habe zwar begonnen, werde aber noch Zeit in Anspruch nehmen.

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