Zollzwangsjacke Mega-Zoll-Paket soll die Welt in die Knie zwingen

Von Peter Königsreuther 3 min Lesedauer

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US-Präsident Donald Trump sagt mit einem gewaltigen Zollpaket Handelspartnern auf aller Welt den Kampf an, wie die dpa jetzt titelt.

Trump denkt sich immer wieder neue Zölle aus, um offensichtlich die Welt in Atem zu halten. Sein nächster Coup betrifft 185 Länder. Die Europäische Union sinnt auf Gegenmaßnahmen. Auch Japan ist nicht begeistert ...(Bild:  Quarl)
Trump denkt sich immer wieder neue Zölle aus, um offensichtlich die Welt in Atem zu halten. Sein nächster Coup betrifft 185 Länder. Die Europäische Union sinnt auf Gegenmaßnahmen. Auch Japan ist nicht begeistert ...
(Bild: Quarl)

Die Trumpf-Regierung führt neue pauschale Zölle in Höhe von zehn Prozent auf Importe aus allen Ländern ein, wie jetzt bekannt wurde. Je nach Handelsdefizit sollen für viele Staaten demnach deutlich höhere Strafabgaben greifen. Auf Einfuhren aus Deutschland und anderen Staaten der Europäischen Union in die USA sind wohl dabei neue Zölle in Höhe von 20 Prozent vorgesehen. Dieser Schritt gilt als der bisher aggressivste und folgenreichste im Zuge der ohnehin rabiaten Handelspolitik des US-Präsidenten. Die Weltwirtschaft dürfte das erheblich belasten, wie Experten befürchten. Aber auch die Verbraucher in den USA! Denn die müssen sich auf deutliche Preissteigerungen einstellen. Bei dem Paket geht es um sogenannte wechselseitige Zölle. Die US-Regierung argumentiert, dass die USA lediglich überall dort ihre Zölle anheben will, wo internationale Partner ihrerseits Strafabgaben verlangen oder anderweitige Handelsbarrieren für US-Player bestehen. Das sei nur gerecht, glaubt Trump. Wie die Amerikaner diese angeblichen Benachteiligungen aber berechnen, ist undurchsichtig und die viel genannte Fairness des Schrittes deshalb nur schwer nachvollziehbar. Ein Handelskrieg mit der EU scheint nun unausweichlich.

So werden Russland und die Ukraine behandelt

Die von US-Präsident Donald Trump verkündeten Strafzölle treffen eine Liste von 185 Handelspartnern. Aber Russland fehlt darauf, im Gegensatz etwa zur Ukraine. Zur Erklärung führte an, dass Russland nicht berücksichtigt wurde, weil US-Sanktionen bereits jeden bedeutenden Handel ausschließen. Der Handel zwischen Russland und den USA schrumpfte nach Daten des United States Census Bureaus im Vergleich zu der Zeit vor dem Ukrainekrieg tatsächlich stark zusammen. Und zwar von rund 36 Milliarden Dollar an Ein- und Ausfuhren im Jahr 2021 auf rund 3,5 Milliarden Dollar im Jahr 2024. Trump drohte vor Kurzem übrigens auch damit, die Käufer russischen Öls mit Strafzöllen zu belegen. Russische Warenimporte in die USA liegen derzeit bei drei Milliarden Dollar, die von der Ukraine bei etwa 1,2 Milliarden. Die Ukraine soll aber mit zehn Prozent an Strafzöllen belegt werden.

Reaktionen! Das EU-Perium schlägt zurück

Die EU bereitet nach der Zollankündigung von US-Präsident Donald Trump nun wohl Gegenmaßnahmen vor, will aber gesprächsbereit bleiben. Man finalisiere bereits das erste Maßnahmenpaket als Reaktion auf die Stahlzölle und bereite nun weitere Maßnahmen vor, um die europäischen Interessen zu schützen, falls die Verhandlungen scheitern sollten. Man werde auch genau beobachten, welche indirekten Auswirkungen die Zölle verursachten. Die EU könne schließlich keine globale Überkapazität auffangen und auch kein Dumping akzeptieren. Zugleich betonte man, dass es noch nicht zu spät für Verhandlungen ist. Die EU appellierte an die US-Seite, sich auf Gespräche einzulassen. Das Ziel müsse es sein, Handelshemmnisse abzubauen und nicht, sie zu erhöhen. Zu den Entscheidungen Trumps sagt Ursula von der Leyen: „Die Universalzölle gegen die ganze Welt sind ein schwerer Schlag für die Weltwirtschaft. Die Folgen werden gravieren.“ Millionen von Menschen würden mit höheren Lebensmittelrechnungen konfrontiert sein. Medikamente würden teurer und ebenso der Transport. Die Inflation werde ansteigen. Was die EU genau vorhat, um Trumps Kurs zu durchkreuzen, kam dabei aber nicht ansatzweise heraus.

Japan findet die Zollpolitik sehr bedauerlich

Japan hat mit ernster Besorgnis auf die US-Ankündigung eines gewaltigen Zollpakets reagiert, wie man weiter erfährt. Man habe dabei nachdrücklich gebeten, diese Maßnahmen zu überdenken. Das betrifft auch individuelle Strafabgaben, die im Falle der Hightech-Nation Japan mit 24 Prozent zu Buche schlagen sollen. Japans Ministerpräsident Shigeru Ishiba wies laut örtlichen Medienberichten die betroffenen Minister seiner Regierung an, die Auswirkungen auf das eigene Land eingehend zu prüfen. Der dortige Handelsminister Yoji Muto sprach demnach mit seinem US-Kollegen Howard Lutnick und sagte ihm, dass das US-Zollpaket Unternehmen erschweren wird, auf dem US-Markt zu investieren und der größten Volkswirtschaft der Welt schaden werde. Zur Frage möglicher Vergeltungsmaßnahmen wollte derzeit Muto nichts sagen. Man werde aber abwägen müssen, was dem nationalen Interesse Japans dienlich sei.

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