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Ein weiterer, wesentlicher Aspekt bei der Beurteilung von Schutzkleidung ist, und das gilt auch für Schweißerschutzkleidung, im Trageverhalten zu sehen. Erhöhter Tragekomfort unter Berücksichtigung tragephysiologischer Aspekte trägt zum Wohlbefinden des Trägers bei und sichert die Produktivität im Rahmen der täglichen Arbeitsleistung. Die hohe Produktqualität von hochwertiger Schutzkleidung erfordert fachgerechte Pflege. Dazu tragen die textilen Dienstleistungsunternehmen wesentlich bei, die die Auswahlkriterien für eine funktionierende Verbindung zwischen Schutz, Funktionalität und Design abrunden.
Spezialgarne ermöglichen bedarfsgerechte Schutzkleidung
Die textile Wertschöpfungskette lässt aufgrund neuer Faserzusammensetzungen, der Nutzung moderner Spinnereitechnik hin zu Spezialgarnen in innovativer Gewebe- und Textilherstellung sowie modifizierter Textilausrüstungen alle Möglichkeiten offen, den heutigen Ansprüchen an die Leistungsfähigkeit einer bedarfsgerechten Schutzkleidung zu erfüllen.
Neben den bereits erwähnten, mittels chemischer Ausrüstungsverfahren flammhemmend ausgerüsteten Geweben aus 100% Baumwolle, oder mit zumindest hohem Baumwollanteil, werden aufgrund innovativer Textiltechnik mehr und mehr inhärent (bereits faserseitig) permanent flammhemmende Gewebe und Textilien verwendet, vorzugsweise in Kombination mit Meta-Aramid oder auch Zusammensetzungen, die aufgrund des speziellen Mischungsverhältnisses, beispielsweise Wolle/Polyamid-Polyester oder auch Baumwoll-Mischungen, als permanent flammhemmend zu bezeichnen sind. Die oftmals geforderte Antistatik wird in der Regel durch Antistatikfäden oder Beimischungen erreicht.
Bei der generellen Auswahl der richtigen Schutzbekleidung sind eher allgemeingültige Auswahlkriterien zu berücksichtigen :
- CE-Kennzeichnung sowie Normen und Vorschriften,
- Schutzumfang (ist höherer Schutz über die Normen hinaus erforderlich?),
- Tragekomfort (tragephysiologische Eigenschaften),
- Qualitätssicherung (geprüfte und verlässliche Produktqualität der einzelnen Materialkomponenten und Produktionsprozesse),
- Wirtschaftlichkeit (Kosten-Nutzen-Analyse, auch unter Einbeziehung betrieblicher Prävention) sowie Gefühl der Sicherheit über die Verwendungsdauer.
Eine funktionierende Schweißerschutzkleidung sollte einer differenzierten Betrachtungsweise unterzogen werden. Allgemeine Anforderungen – unter Berücksichtigung der Europäischen Normen 11612 (frühere Norm EN 531) – Kleidung zum Schutz gegen Hitze und Flammen – sowie EN 11611 (frühere Norm EN 470) – Schutzkleidung für Schweißen und verwandte Verfahren – sind unter Berücksichtigung einzelner und zum Teil neu definierter Anforderungsklassen sicherlich im Rahmen der Gefährdungsanalyse und -beurteilung sehr hilfreich und notwendig, lassen aber nicht zwangsläufig den Schluss zu, dass die Kleidung auch absolut anwendergerecht ist.
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