Leiterplatten

Automatische Testsysteme erfordern prüfgerechten Platinenaufbau

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Die Bauteilbestückungshöhe sollte, wenn möglich, 12 mm nicht übersteigen. Falls jedoch höhere Bauteile verwendet werden, sind Durchbrüche (Ausschnitte) in der oberen Adapterplatte unumgänglich. Dies führt jedoch zu weiteren Kosten.

Wenn damit gerechnet werden muss, dass kapazitive Proben für den Lötfehlertest von oberflächenmontierten Bauteilen (SMD) sowie Proben für den Polaritätstest benötigt werden, sollte dies mit einer darüberliegenden Platte, die gleichzeitig Niederhalterplatte ist, bewerkstelligt werden. Wenn weder SMD-Lötfehlertest noch Polaritätstest anliegen, kann die Kontaktierung mit einem frei justierbaren Niederhalter vorgenommen werden, der ebenfalls Kosten einspart und flexibel ist. Der Universal-Niederhalter ermöglicht die Zugänglichkeit des Prüflings, um dort Messungen vorzunehmen.

Entwickler liefert notwendige Unterlagen für die Fertigung

Ein Blockschaltbild ist auf jeden Fall für die Grundfunktion notwendig und natürlich ein Schaltbild mit den eingezeichneten Prüfflächen. Eine textmäßige Kurzbeschreibung der Baugruppe ist auf jeden Fall von Vorteil. Die Betriebsspannungen (falls notwendig auch Über- oder Unterspannung) sollten ebenso genannt werden wie der Standardbetriebsstrom und der maximal zulässige Betriebsstrom.

Des Weiteren müssen die Steckerpunkte oder Prüfflächen bezeichnet werden, an denen sich Betriebsspannungen oder Massen befinden. Dann sollten eindeutig die Signal- und Ausgangsspannungen bekannt gegeben werden; denn selbst aus der Schaltung ist nicht mit Sicherheit zu entnehmen, wie hoch die Spannungen im Logikbereich, aber auch im Open-Collector-Bereich sind.

Testmethoden von automatischen Testsystemen unterscheiden sich sehr stark von Prüfmethoden, die labormäßig genutzt wurden. Daher sollte der Entwickler das Erfahrungswissen des Prüffachmannes über Prüfmethoden nutzen, das über viele Jahre gesammelt wurde.

Programmiergeräte im Prüfbereich brauchen die richtige Software

Bei der Nutzung von Mikroprozessoren, programmierbaren LSIs (Large Scale Integration) und PICs (Peripheral Interface Controller) ist darauf zu achten, dass eine Software für die im Prüfbereich vorhandenen Programmiergeräte zur Verfügung steht, um dann nach dem Incircuittest zu programmieren und im nachfolgenden Funktionstest die Funktion des Prüflings zu prüfen.

Nachdem heutzutage elektronische Flachbaugruppen mit den entsprechenden Feldbussystemen bestückt werden, sollten auch dafür das Datenprotokoll, die Baudrate und die jeweiligen Details eindeutig zur Verfügung gestellt werden. Bei diesen Empfehlungen kann es sich nur um einen Teil handeln, weil die Komplexität in diesem Bereich wesentlich größer ist. Oft kann dies nur jemand verstehen, der Jahrzehnte in diesem Bereich tätig war.

Peter Reinhardt ist Geschäftsführer und Inhaber der Reinhardt System- und Messelectronic GmbH in 86908 Diessen.

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