JEC World 2019

Automatisierte Systeme zu Faser- und Organoblechverarbeitung

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Prepregs mit minimalem Flächengewicht

Für Vorversuche und Prozessentwicklungsphasen bietet Roth Composite Machinery in Steffenberg bei Bedarf auch ein Labor zur Prepreg- und Organoblechherstellung. In aktuellen Versuchen gelang Roth die Herstellung von Lightweight-Prepregs (besonders leichte Faserverbundhalbzeuge) mit einem Faserflächengewicht von 75 g/m². Diese Prepregs eignen sich für Anwendungen etwa in der Sport- und Freizeitindustrie, in der Luft- und Raumfahrt, in der Automobilindustrie, im Schiff- und Bootsbau sowie in der Hoch- und Brückenbausektor.

Prepreg-Versuchsanlage für 600 mm breite Produkte

Solche Faserverbundhalbzeuge mit vorimprägnierten, teilausgehärteten oder thermoplastischen Kunststoff-Matrizes können in späteren Arbeitsgängen zu fertigen Produkten weiterverarbeitet werden. Für den aktuellen Test mit einer Verarbeitungsgeschwindigkeit von 15 m/min verwendete Roth Composite Machinery eine 12 K Carbonfaser mit einer Feinheit von 800 tex (12.000 Einzelfilamente eines Rovings, die auf 1000 m Länge gesehen, nur 800 g wiegen). Als Matrix kam „Hot Melt Epoxy“ zum Einsatz und wurde, wie es heißt, mit einem Harzflächengewicht von 25 g/m² zu einem 255 mm breiten Prepreg verarbeitet. Die Versuchsanlage bietet aktuell eine Faserspreizeinheit mit einer Arbeitsbreite von bis zu 600 mm, informiert der JEC-Aussteller Roth.

Duromere und thermoplastische Matrizes sind verarbeitbar

Mit der Prepreg Laboranlage bei Roth lassen sich sowohl duromere (duroplastische) als auch thermoplastische Matrixsysteme bei bis zu 400 °C verarbeiten. Der Roth-Prozess mit der Rothabow-Technologie basiert auf der Kalandriertechnik mit Doppelkalander. Versuche mit Gelegen oder Geweben aller Fasersysteme, etwa aus Carbon, Glas oder Aramid, sind laut Roth durchführbar. Auch mehrlagige Verbundwerkstoffe sind herstellbar. Ein Streusystem für die Verarbeitung von Pulver oder Granulat anstelle einer Folie ist integrierbar. Als Auftragssysteme für die Matrix stellt Roth die Kommarakel- und die Foulardmethode zur Auswahl.

Kundenspezifische Systeme können integriert werden

Der modulare Aufbau und das mobile Auftragswerk ermöglichen darüber hinaus den Einsatz alternativer, kundenspezifischer Auftragswerke. Messsysteme, etwa zur Schichtdickenmessung oder zur Oberflächeninspektion sind einfach integrierbar. Je nach Lagenschichtung und den Eigenschaften der Fasermaterialien ist die Herstellung von Prepregs in allen denkbaren Stärken möglich. Die Roth-Anlage bietet ein Spulengatter mit 80 Spulenplätzen, acht Abwicklern, drei Aufwicklern sowie eine spezielle Faserspreizung. MM

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