Steuerungstechnik

Automatisiertes Prüfen von Montageplatten für Kaltfräsen

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Die Karten werden an die SPS angereiht, was zu einer kompakten Steuerungseinheit führt. Sabine Habeth bestätigt: „Wir mussten uns aus Platzgründen auf eine einzige Schiene für die Steuerungstechnik beschränken, wodurch sich diese außerordentlich kompakte Lösung von Siemens regelrecht angeboten hat.“ Die CPU ist zudem leistungsfähig genug, um die Prüfzyklen zügig absolvieren zu können, und besitzt genügend Speicher für das umfangreiche Prüfprogramm. Um den Prüfprozess zu automatisieren, wurde eine Schrittkette in 762 Netzwerken realisiert und an 512 Ein- und Ausgänge der SPS ausgegeben beziehungsweise eingelesen.

Vielseitige Visualisierung für hohen Bedienkomfort

Die einfache Verdrahtung der vielen Prüfkontakte mit den E/A-Modulen gelingt über Terminalmodule, die sich per Steckverbindung an die vorkonfektionierten Vieldrahtleitungen von Siemens anstecken lassen. Auf der anderen Seite der Leitungen befinden sich die E/A-Module, die direkt auf die Hutschiene gesteckt werden. Die Kontaktierung aller acht Karten untereinander und mit der S7-Steuerung erfolgt über einen Rückwandbus mithilfe U-förmiger Adapterstecker. „Das ist eine besonders elegante und kompakte Lösung für eine Unmenge an Kanälen, wie wir sie hier verarbeiten mussten“, bestätigt Sabine Habeth.

Die komplexe Aufgabenstellung, Montageplatten für Kaltfräsen automatisch zu prüfen, konnte mithilfe der Lösung Simatic Top Connect komfortabel erledigt werden. Im Vergleich zur manuellen Systemprüfung, bei der bisher lediglich eine einfache Durchgangsprüfung stattfand, ist nun erheblich mehr möglich. Auch typische Prüffehler, wie ein fehlerhaftes Ablesen des Verdrahtungsplans oder falsche und vergessene Prüfprozeduren, werden auf diese Weise vermieden.

In der Gesamtkonzeption spielt die Visualisierung eine zentrale Rolle. Über Profibus kommuniziert die Steuerung mit dem farbigen Simatic-HMI-Touchpanel von Siemens. Die Bedienung des Prüfstands erfolgt über knapp zwei Dutzend vorgefertigte Masken, was die Arbeit auch für Bediener ohne steuerungstechnische Kenntnisse vereinfacht.

Das Touchpanel wurde aufgrund seines großen internen Speichers von den Technikern ausgewählt, weil außer den Bedienmasken über 600 weitere Diagnosemasken programmiert wurden, die während der Prüfung klare Hinweise zu Fehlern und ihrer Behebung geben (Bild 3). Sabine Habeth erinnert sich: „Auch ohne vorheriges Detailwissen zur Programmierung der Visualisierungssoftware WinCC flexible war diese Aufgabe ohne Weiteres zu bewältigen.“

Einfache Datenarchivierung und Dokumentation

Meldet die Steuerung im Verlauf eines Prüfzyklus einen Fehler in der Montageplatte, erhält der Monteur über das entsprechende Diagnosebild am Touchpanel alle notwendigen Informationen. Er sieht, welche Art von Fehler aufgetreten ist, welche Kontakte davon betroffen sind und wie er den Fehler beheben kann. Geht es beispielsweise um eine einfache Umverdrahtung, löst er die beiden vertauschten Kontakte der Cage-Clamp-Verbindungen mit einem Schraubenzieher und steckt sie neu. Aber auch das ordnungsgemäße Anziehen eines Schützes, die Funktion einer Sicherung oder ein Leitungsbruch werden am Display angezeigt.

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