Reaktives Spritzgießen

Automatisierungsbasis Spritzgießtechnik

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Industriepartnerschaft soll Projekt bis zur Serienreife führen

Trotz des Machbarkeitsnachweises und der erfolgreichen Entwicklung der ersten Prototypanlage am Fraunhofer-ICT gab es noch einige Schwachstellen. Für die weitere Umsetzung wurde daher eine industrielle, zweijährige Projektpartnerschaft mit der Engel Austria GmbH, Schwertberg (Österreich), geschlossen – mit dem gemeinsamen Ziel einer Anlagenentwicklung auf Basis der Untersuchungen und des Know-hows am Fraunhofer-ICT. Die Anlagenentwicklung soll sich grundsätzlich an der klassischen Spritzgießtechnik orientieren.

Aufgrund der umfangreichen Vorarbeiten am ICT und der Machbarkeitsuntersuchung wurden wesentliche Verbesserungen im Vergleich zur ersten Prototypanlage bereits in der frühen Entwicklungsphase erzielt. So wurde für die Aufbereitung der Schmelze auf eine externe Aktivatorzuführung verzichtet und stattdessen ein zweites Schneckenplastifizieraggregat zur Materialaufbereitung eingesetzt. Auch bei der Mischdüse zur Verarbeitung der reaktiven Komponenten wurde mit der Hochdruckvermischung und einem selbstreinigenden, am Werkzeug befestigten Mischkopf ein neuer Weg gegangen.

Eine weitere wesentliche Neuerung im Vergleich zur Prototypanlage liegt im Anlagenaufbau, basierend auf einer horizontalen Werkzeugschließeinheit. Sie verringert die Bauhöhe und verbessert die Zugänglichkeit. Um eine möglichst präzise Dosierung und Vermischung zu erreichen, werden elektrische Plastifizieraggregate verwendet, weil sie sich im Vergleich zu konventionellen hydraulisch angetriebenen Aggregaten genauer synchronisieren lassen.

Bezüglich der hydraulischen Schließeinheit ist die Anlage mit moderner, energieeffizienter Servohydraulik ausgerüstet. Das Ergebnis der Entwicklung von Engel und Fraunhofer-ICT ist die Reaktivspritzgießanlage Engel E-Victory 120 Combi mit den beiden elektrischen Plastifizieraggregaten und der horizontalen hydraulischen Werkzeugschließeinheit.

Mechanische Bauteileigenschaften mit denen bei RIM vergleichbar

Um das entwickelte Verfahren zu validieren und mit dem heutigen RIM-Verfahren vergleichen zu können, wurden damit glasfaserverstärkte Platten mit einem Fasergehalt von 50 Vol.-% hergestellt. Aus den Platten wurden standardisierte Probenkörper zur Materialcharakterisierung (DIN-ISO-Prüfnorm) entnommen. Die Ergebnisse zeigen, dass die im reaktiven Spritzgießverfahren gefertigte Probenkörper ähnliche mechanische Kennwerte haben wie Probenkörper, die im RIM-Verfahren entstehen.

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