Werkzeugmaschinen-Automation Automatisierungslösungen sorgen für flexibles Umrüsten
Bei der Automatisierung von Werkzeugmaschinen steht das Be- und Entladen mit Werkstücken im Fokus. Die zunehmende Variantenvielfalt erfordert jedoch flexible Lösungen aus dem Baukasten, um die Automation schnell an veränderte Aufgaben anpassen zu können.
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Betrachtet man den Prozess selbst, so arbeiten Werkzeugmaschinen automatisch. Das ermöglichen Komponenten wie CNC-Steuerung, Werkzeugwechsler oder Späneförderer, die heute zur Grundausstattung eines Bearbeitungszentrums gehören. Für Dr. Christian Lang, Geschäftsführer der Heller Services GmbH, stellt sich daher beim Thema Automatisierung vielmehr folgende Frage: „Wie viele Werkstücke sind im Zugriff der Maschine?” Dabei gelte es die Lücke zu schließen, die durch Einschränkungen beim Bedienpersonal bestehe. „Automatisierung zielt heute auf die Unterstützung beim Werkstückhandling im Hinblick auf eine Produktion von sieben Tagen zu jeweils 24 Stunden. Das Ziel sind 8760 Produktivstunden pro Jahr.”
Schnittstellen zum Werkstück haben essenzielle Bedeutung
Somit dreht sich der größte Teil der heutigen Automatisierungslösungen um das Be- und Entladen von Werkstücken. „Dabei kann zwischen Fremdbeladung und maschinenintegrierter Automatisierung unterschieden werden”, erklärt Dr. Heiner Lang, Chief Technical Officer der MAG Europe GmbH. Das Portfolio von MAG deckt Anwendungslösungen von der Einzelmaschine über flexible Fertigungszellen bis zu agilen Systemen und Turnkey-Anlagen ab.
„Durch Standardisierung und Modularisierung ermöglichen wir eine hohe Konfigurationsbreite bei gleichzeitiger Kosteneffizienz, einer hohen Anlagenverfügbarkeit in der Produktion und der notwendigen Umrüstflexibilität”, so Lang. Die Flexibilität der Automatisierungstechnik und die Schnittstelle zum Werkstück seien essenziell für eine erfolgreiche Projektierung. Dabei würden sich Adapterplattensysteme anbieten, die zur Vorrichtung, zum Band oder Portal und zum Automationsgreifer die standardisierte Schnittstelle bilden. Die Werkstückaufspannung auf der Adapterplatte werde individuell, je nach Werkstück und Anwendung gestaltet.
Bei der externen Automatisierung arbeitet MAG mit Partnern zusammen, wobei die Projektierung, die Schnittstellendefinition und Programmierung von MAG geleitet und in vielen Fällen auch durchgeführt wird. „Wir verfügen aber auch über eine Eigenfertigung von integrierter Automatisierungstechnik in Rottenburg und Ungarn”, ergänzt der Technik-Chef. Der Anteil der Automation, vom eigenen Werkzeugmagazin über exklusive Paletten-Speichersysteme bis hin zu Portallösungen im Rahmen von Turnkey-Projekten, könne mehr als 150 Mio. Euro pro Jahr betragen. Insgesamt geht Lang davon aus, dass etwa 90 % der Maschinen bei MAG mit Automatisierungstechnik ausgeliefert werden.
Palettenwechsler oder Robotersystem
Die Berthold Hermle AG stattet ihre Bearbeitungszentren vorwiegend mit Palettenwechslern oder Robotersystemen aus. „Die Automatisierungstools werden meist vor oder neben der Maschine positioniert, wobei wir konsequent auf die Zugänglichkeit für den manuellen oder den Einrichtbetrieb achten”, berichtet Gerd Schorpp, geschäftsführender Gesellschafter der Hermle-Leibinger Systemtechnik GmbH. Denn die Maschinen würden oft tagsüber für manuelle Tätigkeiten, wie Teile einfahren oder Losgröße eins bearbeiten, eingesetzt und in der zweiten und dritten Schicht automatisiert arbeiten.
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