Kabel und Leitungen
Automobilhersteller spart mit Gleichstrom Energie

Ein Gastbeitrag von Friederike Schmidt, Projekt Managerin Marketing Communications, Lapp 4 min Lesedauer

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In unserer Wechselstromwelt ist Gleichstrom in Fabriken noch eine Seltenheit. Doch die DC-Versorgungssysteme sind dank geringerer Spannungswandlungen auf dem Vormarsch. Lapp hat bei einem bayerischen Automobilhersteller eine Testanlage für den Karosseriebau mit Gleichstrom ausgestattet.

Für den Karosseriebau werden im BMW-Werk Dingolfing viele Roboter benötigt. Sie alle werden mit Gleichstrom angetrieben und sparen so Energie.(Bild:  Lapp)
Für den Karosseriebau werden im BMW-Werk Dingolfing viele Roboter benötigt. Sie alle werden mit Gleichstrom angetrieben und sparen so Energie.
(Bild: Lapp)

Stanzen, schweißen, nieten, kleben: Der Karosseriebau in der Automobilindustrie ist hochautomatisiert – und sehr energieintensiv. Vor allem Roboter benötigen viel Energie. „In Zukunft wird diese Energie wahrscheinlich mehr und mehr durch Gleichstrom bereitgestellt“, prognostiziert Alois Heimler, Strategic Marketing Manager Intralogistik & Automotive von Lapp. „Das Zauberwort heißt weniger Spannungswandlungen.“ Im Werk der BMW Group in Dingolfing hat Lapp, ein Anbieter von Kabel- und Verbindungstechnik, eine Anlage mit DC-Lösungen ausgestattet.

Gleichstromnetz: Bremsrekuperation spart Energie

Maschinen und Roboter verbrauchen in Industrieanlagen den Großteil des Stroms. Deshalb bieten sie entsprechend große Einsparpotenziale. Besonders gut gelingt das an hochdynamischen Prozessen, wie sie etwa bei Industrierobotern vorkommen. Die Fertigungslinien bewegen sich auf programmierten Bahnen, um die einzelnen Bauteile einer Karosserie zu einem Fahrzeug zusammenzufügen. Dabei beschleunigen sie kurzzeitig und bremsen dann wieder ab. Das bedeutet, ein Roboter entnimmt kurzzeitig viel Energie, um einen Bewegungsablauf zu initiieren oder in kinetische Energie zu wandeln. Im Abbremsmoment oder im Senkbetrieb wird jedoch aus der kinetischen Energie wieder elektrische Energie erzeugt. Der Antrieb befindet sich nun im Generatorbetrieb. Diese kinetische Energie wird in Wechselstromsystemen (AC) in der Regel nicht gespeichert und geht als Wärmeenergie verloren. Bremswiderstände wurden bisher eingesetzt, um die überschüssige Energie zu verbrennen.