Zulieferer Automobilzulieferer gehen auf Konfrontationskurs zu den Herstellern
Bei den Automobilzulieferern stehen die Zeichen auf Sturm. Drei Verbände werfen den Herstellern öffentlich vor, nach dem Zusammenhalt in der Krise wieder auf Konfrontation mit ihren Lieferanten zu setzen. In Zeiten steigender Rohstoffpreise stehe die Zulieferkette vor einer erheblichen Belastungsprobe, heißt es.
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In der Krise lobten die Automobilhersteller (OEMs) die mittelständischen Automobilzulieferer noch als wichtigen Garant für Liefertreue, Qualität und Innovationsfähigkeit. Kaum dreht sich die Entwicklung wieder ins Plus, ist das vorbei, wie der Industrieverband Blechumformung e.V. (IBU), der Fachverband Metallwaren- und verwandte Industrien e.V. (FMI) und der Verband der deutschen Federn-Industrie e.V. (VDFI) gemeinsam mitteilen.
Autohersteller drücken Zulieferer beim Preis
Die OEMs drücken seit Wochen ohne Rücksicht die Preise und verlagern wirtschaftliche Risiken auf ihre Lieferanten, lautet der Vorwurf, ein Ende ist nicht in Sicht. Die nach wie vor mit den Folgen der Krise kämpfenden mittelständischen Automobilzulieferer stünden schon wieder mit dem Rücken zur Wand.
Bernhard Jacobs, Geschäftsführer des Industrieverbands Blechumformung, sagt: „Die positive Entwicklung der Automobilindustrie gehört nicht alleine den Herstellern und der Politik. Dass insbesondere die OEMs jetzt schon wieder an dem Ast sägen, auf dem sie sitzen, ist nicht nachvollziehbar.“
Preisdruck ohne Rücksicht auf steigende Kosten
Das Vorgehen der Hersteller ist einfach, heißt es in der Mitteilung: ohne deutliche Preisnachlässe kein Auftrag. Diese Praktiken würden Einkäufer-Boni, Savings oder Ratio genannt; Ziel sei es, das Zulieferunternehmen maximal im Preis zu drücken – ohne Rücksicht auf die real steigenden Kosten bei Vormaterial, Personal und Energie.
Die Zulieferer müssen sich neue Aufträge also durch Nachlässe erkaufen – zum Teil müssen sie sogar selbst vor Auftragserteilung Zahlungen an die Hersteller leisten, die das sogenannte erwartete mehrjährige Ratiopotenzial widerspiegeln sollen. Zusatzleistungen der Lieferanten inklusive: Riss- und Restschmutzprüfungen beispielsweise setzten die Hersteller als kostenlose Dreingabe der Lieferanten heute oft wie selbstverständlich voraus.
Zulieferer werfen Autoherstellern rücksichtsloses Ausspielen der Marktmacht vor
„Vertragskultur war gestern“, sagt dazu Werner Liebmann, Geschäftsführer des Fachverbands Metallwaren- und verwandte Industrien in Düsseldorf (FMI). „Wir haben nichts gegen einen Preiswettbewerb, der mit fairen Mitteln einen Ausgleich zwischen Angebot und Nachfrage herstellt. Wenn aber große Hersteller oder Systemlieferanten ihre Marktmacht nutzen, um Preise soweit zu drücken, dass die mittelständischen Zulieferer unter der Gewinnschwelle liegen, dann ist das aus unserer Sicht unverantwortlich.“
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