VDMA Bayerischer Maschinenbau unbeeindruckt von öffentlicher Krisenstimmung

Redakteur: Jürgen Schreier

Die Krisenstimmung in der Öffentlichkeit mag man beim bayerischen Maschinen - und Anlagenbau nicht teilen. Das Jahr 2011 wird der Maschinenbau des Freistaats voraussichtlich mit einem Umsatz von 43,6 Milliarden Euro in 2011 beenden. Sie hat damit seit dem Krisenjahr 2008 (34,3 Millionen Euro) eine beispiellose Aufholjagd hingelegt. Das wurde anlässlich der Mitgliederversammlung des VDMA Bayern deutlich.

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Der bayerische Maschinen- und Anlagenbau zeigt sich bisher unbeeindruckt von der herrschenden Krisenstimmung. „Die Stärken des bayerischen Maschinenbaus haben sich gerade in den letzen drei Jahren exemplarisch gezeigt: Von 48,3 Milliarden Euro in 2008 stürzte der Umsatz um fast 30 Prozent auf 34,3 Milliarden Euro in 2009, um dann wie eine Fieberkurve umzudrehen und wieder auf prognostizierte 43,6 Milliarden Euro in 2011 hochzuziehen“, erläuterte der wieder gewählte Vorsitzende des VDMA Bayern, Karl Haeusgen, auf der Mitgliederversammlung des VDMA Bayern auf Schloss Hohenkammer bei München.

Bayerischer Maschinenbau ist Spitzenreiter bei der Beschäftigung

Auch bei der Beschäftigung sei der bayerische Maschinenbau derzeit Spitzenreiter. Knapp vor der Elektrotechnik und der Automobilbranche sei er in Bayern die beschäftigungsstärkste Branche, so Haeusgen weiter.

Der VDMA Bayern Vorsitzende wandte sich vehement gegen die in diesen Tagen weit verbreitete Verunsicherung. „Wir treffen uns in einer Zeit, die unter anderem durch ein Phänomen gekennzeichnet ist, das mich immer wieder erstaunt: Das ist das Auseinanderfallen von Lage und Wahrnehmung, von Geschäftsverlauf und medialer Verlautbarung, vom Wohlergehen des Einzelnen und der Gesellschaft und der Unzufriedenheit vieler Bürger und Gesellschaftsteile.“ Dass der Maschinenbau heute so gut dastehe, liegt laut Haeusgen zum einen daran, dass „viele Unternehmen die Krise genutzt haben, ihre Produkte zu überarbeiten, ihre Strukturen zu optimieren und ihre Mitarbeiter weiter zu qualifizieren – sie stehen heute besser da und erwirtschaften höhere Renditen als vor der Krise.“ Zum anderen, dass „bis heute die

exportorientierten Branchen in Deutschland die Gewinner des Euro sind.“ „Europa ist als großartige Chance zu begreifen für Frieden, Freiheit und Wohlstand“, betonte Haeusgen.

Maschinenbau sieht Unruhen an den Finanzmärkten mit Sorge

Auch VDMA Präsident Dr. Thomas Lindner sieht die Unruhen an den Finanzmärkten mit Sorge. „Wir sind mit dem zentralen Problem konfrontiert, ob es den Regierungen gelingt, die Schuldenkrise nachhaltig und langfristig in den Griff zu bekommen. Wir erwarten das von den Regierungen, und wir brauchen es.“ Angesichts der Verunsicherung durch die Euro-Krise, so Dr. Lindner „müssen wir uns darüber verständigen, welches Staatsverständnis wir für die Zukunft anstreben wollen.“ Damit sich die Unternehmen auf die zukünftigen Herausforderungen und Veränderungen einstellen können, „müssen die Rahmenbedingungen für Investitionen stimmen: Infrastruktur, Bildung, Rechtssicherheit, Innere Sicherheit – kurz, ein Umfeld, das Perspektiven für die Zukunft eröffnet.“

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