Metav 2012

Bei Werkzeugmaschinen für die Medizintechnik und Uhrenindustrie ist weniger mehr

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Uhrmacher denken und arbeiten in Hundertstel-Dimensionen

Alle auf der Haas-Maschine produzierten, hochpräzisen Teile werden anschließend noch handwerklich nachbearbeitet oder „finissert“. Das unterscheidet, so Stotz, die Wertschöpfung in der anspruchsvollen Uhrmacherei vom allgemeinen Maschinenbau: „Bei uns kommt es nicht auf die letzte Sekunde der Maschinenlaufzeit an. Bei uns stehen Qualität und Präzision im Vordergrund.“

Uhrmacher denken und arbeiten in Hundertstel-Dimensionen, dabei ist aber Genauigkeit allein gar nicht das Entscheidende, sondern die Miniaturisierung der Teile – und das bei Toleranzen etwa für Räderwerksteile von 5 bis 8 µm. So hat beispielsweise das exquisite Modell „Erhard Junghans 2“ eine eigens entwickelte Unruh mit „hauchdünnen Wandstärken und einer winzigen Schraube mit einem Gewinde von 0,3 mm“. Solche Dimensionen sind für eine mechanische Fertigung eine echte Herausforderung.

Auch bei Miniaturfräsern ist Standzeit ein Thema

Besonderes Augenmerk verdienen die verwendeten Werkzeuge. Bei Miniaturfräsern in der Hochgeschwindigkeitsspindel mit Durchmessern „deutlich unter dem Millimeter“ ist auch die Standzeit ein Thema. Häufig werden Hartmetallwerkzeuge verwendet, vorzugsweise marktübliche Standardprodukte. Nur einige Spezialwerkzeuge, erläutert Stotz, „machen wir selbst“.

Die Losgrößen der auf der Mikrofräsmaschine gefertigten Teile liegen aktuell etwa zwischen 15 und 20. Aber für Junghans geht es bei der mechanischen Feinuhrmacherei „weniger um Stückzahldenken als um Entwicklung und Aufbau des eigenen Know-hows“. Die Vierachsenversion reiche für die derzeitige Produktion völlig aus.

Hier wirft der Maschinenlieferant Martin Dreher, Vorstandsvorsitzender der Dreher AG, ein, dass eine fünfte Achse jedoch jederzeit nachrüstbar sei: „Die Steuerung ist bereits ab Werk dafür ausgerichtet.“

* Walter Frick ist Fachjournalist aus Weikersheim.

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