Anbieter zum Thema
Reinigen mit Wasser ohne chemischen Zusatz
Für das Ergebnis sind nur die Reinigungskraft und der Masseneffekt des Wassers verantwortlich. Auf chemische Zusatzstoffe wie Tenside wird verzichtet. Schon eher verlängert man bei komplexer Teilegeometrie die Reinigungsdauer. Das schließt auch ein Ausblasen der Bohrungen mit Druckluft ein. Grund dafür ist die Stoßempfindlichkeit vieler Teile. Dadurch kann eine Nachreinigung mit Druckluftpistole erforderlich sein.
Gerechtfertigt wird das durch den Fertigungszustand der Teile: In der Regel werden die Teile bereits mit Endmaß angeliefert. Das Salzbad-Nitrieren ist meist der letzte Fertigungsschritt vor der Montage oder Auslieferung beim Kunden. Es ermöglicht eine Nitrierhärtetiefe von 10 bis 30 µm. Am Ende müssen die Teile öl- und salzfrei sein.
In der Härterei Weber werden daher alle Teile vor dem Verpacken geprüft. So dürfen weder ein Ölfilm noch weiße Salzrückstände auf den mausgrauen Teiloberflächen verbleiben. Beides wird im Toplader vom Waschwasser fortgespült, das sich dort im Tank sammelt, so dass das Öl auf dem Wasser schwimmt und von einem Schwerkraftabscheider trennen lässt. Dagegen wird das Waschwasser weiter im Kreislauf geführt.
Toplader vollständig aus Edelstahl gefertigt
Der Fördervolumenstrom der Pumpe beträgt 280 l/min. Das gelöste Salz wird beim Badwechsel mit dem Waschwasser ausgetragen und kommt schließlich in einen Verdampfer, wo es als Trockengut zur Entsorgung zurückgewonnen wird. Je kleiner die Teile sind, umso mehr Härtereisalz wird in den Toplader eingeschleppt. Die Badstandzeit verkürzt sich.
Der Toplader wurde komplett aus Edelstahl gefertigt. Damit ist er vor Korrosion geschützt. Aufgrund der Abmessungen war es möglich, die gut 2 m hohe Teilereinigungs-Anlage neben dem Salzbad an einer erhöhten Standplattform platzsparend aufzustellen. Im Gegensatz zu einem Frontlader benötigt sie zum Be- und Entladen keinen Platz. Der Chargenträger wird mit Hilfe des Krans von oben in die 1150 mm tiefe Reinigungskammer gesenkt (Bild 2).
Im Vergleich zur Standardanlage SP 80 ist die Kammer des Topladers damit um 650 mm tiefer, so dass sich der erhöhte Anlagendeckel über die Kranöse des Chargenträgers stülpen lässt. In der Härterei Weber werden auf diese Weise sechs bis acht Chargen am Tag gereinigt. Dazu schwenkt man den Kran, in dessen Arbeitsfeld weitere Bäder um die Standplattform angeordnet sind, immer wieder zur Anlage.
Erforderliche Teilereinigung nach fast jedem Härteprozess
In der Härterei Weber kann dem Salzbad-Nitrieren ein Nachoxidieren folgen. Das Ergebnis sind Teile mit graphitschwarzer Oberfläche und erhöhter Korrosionsbeständigkeit. Außerdem werden dort das Vakuum- und Schutzgashärten, das Vergüten und verschiedene Glühverfahren angeboten (Bild 3). Fast immer ist danach eine Teilereinigung erforderlich, mit Ausnahme des Vakuumhärtens, das in der Härterei Weber bei Temperaturen bis 1250 °C erfolgt. Insbesondere Bauteile aus Werkzeugstählen erhalten durch Vakuumhärten eine hohe Härte und Festigkeit.
Insgesamt deckt man mit der Verfahrenspalette ein breites Teilespektrum im Maschinen- und Anlagenbau ab, das inzwischen auch in den Automobilbau reicht. So wird die Härterei noch in diesem Jahr als Automobilzulieferer für Einzelteile bis kleinere Serien zertifiziert.
(ID:267433)