IFU Stuttgart Bekannte Massivumform-Verfahren sind noch lange nicht ausgereizt
Alle zwei Jahre bittet das Institut für Umformtechnik (IFU) der Universität Stuttgart die Massivumformer zum Gedankenaustausch nach Fellbach. In diesem Jahr wurde deutlich, dass auch bei klassischen Verfahren der Massivumformung wie dem Elektrostauchen keineswegs alle Möglichkeiten ausgeschöpft sind.
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Die aktuelle wirtschaftliche Situation ist dazu angetan, gerade bekannte Fertigungstechniken zu hinterfragen. Gelungen ist dies unter anderem Dipl.-Ing. Emile Fortanier von der Lasco Umformtechnik GmbH in Coburg. In seinem Vortrag „Elektrostauchen – ein effizientes und variables Vorformverfahren“ konnte er, obwohl das Elektrostauchverfahren schon lange bekannt ist, die Zuhörer mit neuen Ideen und Erkenntnissen überraschen. Fortanier wies darauf hin, mit welcher Genauigkeit heute Elektrostauchteile – das sind in der Hauptsache Produkte Drehstabfedern, Stabilisatoren, Spurstangenköpfe oder Ventile für den Automobilbau – hergestellt werden können.
Elektrostauchen glänzt mit Energieeffizienz und gute Umweltverträglichkeit
Unterschieden wird dabei zwischen dem Freistauchen und dem Formstauchen. Eine dritte Variante stellt das Kugelstauchen beziehungsweise Kegelstauchen dar. „Die Wirtschaftlichkeit des Elektrostauchens ist“, so Fortanier, „insbesondere durch die Erwärmung und Umformung in einer Maschine sowie durch praktisch unbegrenzte Umformlängen in einer Operation gegeben.“ Weitere Vorteile zeigen sich darin, dass beim Freistauchen und Formstauchen kein Längsgrat entsteht, keine Wärmeenergie- und Materialverschwendung anfällt, weil nur das Umformvolumen und nicht der unverformte Schaftteil erwärmt wird.
Zunderfreiheit erhöht Lebensdauer der Gesenke
Bedingt durch das gleichförmige Anwachsen des Kopfvolumens bleibt das erwärmte Material nahezu zunderfrei, was sich positiv auf die Lebensdauer der Gesenke beim Fertigschmieden auswirkt. Ebenso erweist sich das Elektrostauchen als äußerst umweltfreundlich, da weder Strahlungswärme noch Rauchbildung oder Abgase entstehen.
Eine Elektrostauch-Fertigung kann mit Unterstützung der entsprechenden Automatisierung wie Zuführ-, Entnahme- und Transporteinrichtungen, durch die Temperaturüberwachung des Stauchkopfes oder durch die statistische Prozesssteuerung (SPC) und Speicherung von Betriebs- und Produktionsdaten noch effektiver und wirtschaftlicher gestaltet werden.
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