Starrag/Droop+Rein Berg heil: Ein Fräszentrum für die Seilbahnindustrie

Redakteur: Jürgen Schreier

Bis zu 13 m groß sind die Segmente für Seilscheiben, die der Seilbahnbauer Doppelmayr fertigt. Groß auch die Maschine, auf der das geschieht: ein Fräszentrum FOGS D40 von Droop+Rein. Riesengroß das Interesse der MM-Leser an diesem spektakulären Projekt.

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Beeindruckender Blick von oben auf das riesige Fräszentrum: Eine Maschine in dieser Art und Größe (20.000 mm × 9400 mm × 6900 mm) hatte Droop+Rein bisher noch nicht gebaut.
Beeindruckender Blick von oben auf das riesige Fräszentrum: Eine Maschine in dieser Art und Größe (20.000 mm × 9400 mm × 6900 mm) hatte Droop+Rein bisher noch nicht gebaut.
(Bild: Starrag Group/Ralf Baumgarten)

Auf den Bearbeitungszentren von Droop+Rein aus Bielefeld entstehen Antriebe für U-Boote, Schiffsmotoren und Flugzeugfahrwerke. Einen der ungewöhnlichsten Einsätze absolviert ein Fräszentrum der FOGS-Baureihe jedoch Tag für Tag am Bodensee: Es fertigt bei der Doppelmayr Seilbahnen GmbH, Wolfurt (Österreich), Segmente für Seilscheiben. „Wir würden eventuell noch eine zweite kaufen.“ Kurz und knapp fällt die Antwort von Doppelmayr-Produktionsleiter Karl-Heinz Zündel, auf die Frage nach der Zufriedenheit mit der FOGS D40 aus. Die Maschine stammt von Droop+Rein, einer Marke der Dörries Scharmann Technologie GmbH (Tochter der Schweizer Starrag Group).

Einmaliger Maschinenriese

Doppelmayr „beschäftigt“ für den speziellen Einsatzzweck – das Drehen, Fräsen und Bohren von bis zu 13 m großen Segmenten für Seilscheiben – eine Einheit des Typs FOGS D40 mit zwei Arbeitsbereichen, die Droop+Rein in dieser Art und Größe (20.000 mm × 9400 mm × 6900 mm) noch nicht gebaut hatte. Die Verfahrwege des multifunktionalen Bearbeitungszentrums betragen 12.000 mm (X-Achse), 4000 mm (Y-Achse) und 2000 mm (Z-Achse), der Verfahrwinkel ± 200° (gesteuerte C-Achse). Das Plattenfeld des 135-Tonners misst 4000 mm × 12.850 mm. Der von zwei 60-kW-Drehstrommotoren angetriebene Drehtisch hat einen Durchmesser von 3000 mm.

Die Maschinen der Baureihe FOGS D40 verfügen über einen mechanischen Hauptantrieb mit Gabelfräskopf und Kartusche zur Aufnahme von Motor- und Getriebespindeln. Die Fräseinheit besteht aus dem in der Y-Achse verfahrbaren Kreuzschlitten und dem an der 40-kW-Schieberfräseinheit (Z-Achse, maximale Drehzahl 6000 min-1) befestigten Gabelkopf, der über eine integrierte C-Achse verfügt. Doppelmayr ließ die Maschine mit einem exzentrischen Gabelfräskopf sowie mit einem Winkel- und einem Vertikalfräskopf (jeweils 40 kW Leistung) ausstatten. „Wir benötigten eine deutlich größere und offene Maschine in Fahrständerbauweise“, sagt Zündel. „Weil es kein Vorbild gab, gingen wir das Risiko ein und kauften eine Weiterentwicklung. Wichtig war uns auch, dass die Maschine von den Werkern geschätzt wird.“

Präzision ist Pflicht

Die verschiedenen Bauteile müssen in einer Aufspannung auf 20 bis 25 µm exakt bearbeitet werden. „Wir sind mit der Zuverlässigkeit und Verfügbarkeit sehr zufrieden“, erklärt Zündel. Für eine Jahresmenge entstehen aus 800 Segmenten rund 200 Seilscheiben in unterschiedlichen Abmessungen. Dank des schnellen Kopfwechsels fallen die Rüstzeiten – etwa beim Wechseln vom Schruppen zum Schlichten – relativ kurz aus. In der Regel nutzen die Werker an dem Fräszentrum die volle Länge nicht aus: Meist rüsten sie in einem abgetrennten Bereich der Maschine während der Bearbeitung eines anderen Segments schon das nächste Bauteil.

Eine Ausnahme ist das Bearbeiten von sehr großen Bauteilen. Im Werk Hohe Brücke entstanden beispielsweise Segmente für die „Riesenräder“ der Talstation der Galzigbahn in St. Anton am Arlberg, die einen nicht nur für Doppelmayr rekordverdächtigen Durchmesser von 9 m besitzen. Doch damit wäre die Maschine noch nicht ausgereizt. Doppelmayr-Abteilungsleiter Klaus Meyer: „Wenn wir die Trennwand für das Rüsten herausnehmen, können wir Bauteile bis zu einer Länge von 13 m bearbeiten.“

Weitere Informationen: Starrag Group, 41236 Mönchengladbach, www.starrag.com

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