Zerspanung

Berghoff profitiert vom Schweizer Standort

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Überhaupt ist Bludau von den Schweizer Mitarbeitern sehr angetan. „Was die in Sachen Zerspanung können, das sucht schon seinesgleichen“, schwärmt er. Auch die Infrastruktur bei Mechanical Engineering, die Berghoff von Ruag übernommen hat, sei sehr gut.

Niedrige Kommunikationshürden erleichtern Zusammenarbeit mit der Schweiz

Dass die Schweiz einen Ruf als Hochlohnland hat, schreckt den Berghoff-Geschäftsführer keineswegs. „Bei uns entscheidet der Kunde weniger nach dem Preis, sondern vielmehr nach dem Dienstleistungsspektrum“, erläutert er. Berghoff als Zulieferer arbeite oft schon in der Entwicklung seiner Kunden mit, da helfe es auch, dass die Kommunikationshürden nach Deutschland oder in die Schweiz niedriger seien als beispielsweise nach Osteuropa oder Asien. „Die Mehrkosten des Standorts müssen wir durch Mehrwert kompensieren. Das ist das, was bei uns in der Branche ‚supplier ideas‘ genannt wird“, sagt Bludau. Jeder Mitarbeiter in der Gruppe habe auch die Aufgabe zu überlegen, wie die Produkte für den Kunden besser gemacht werden können.

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Allerdings geht die Aufwertung des Schweizer Frankens seit dem 15. Januar 2015 – dem Tag der Freigabe des Wechselkurses – nicht spurlos am Unternehmen vorbei. „Das war kein schöner Tag für uns“, räumt Bludau ein. Zwar habe Berghoff langfristige Lieferverträge, sodass die Kunden wegen der Währungsaufwertung nicht gleich abspringen würden. Andererseits müsse das Unternehmen mit den ausgehandelten Preisen auskommen. „Das geht nur, wenn wir alles, was wir in Euro einkaufen können, konsequent in Euro einkaufen – auch wenn es mir für die Schweizer Zulieferer leidtut“, sagt Bludau. Wenn Berghoff bestimmte Produkte in Franken einkaufen müsse, würden die Preise verhandelt.

Aufwertung des Schweizer Frankens könnte Lohnkürzungen erforderlich machen

„Und wenn es hart auf hart kommt, werden wir auch an die Lohnkosten herangehen müssen, das ist bei uns ein großer Kostenblock“, erläutert der Berghoff-Geschäftsführer. Die Mitarbeiter in der Schweiz hätten aber bereits ihre Bereitschaft zu Lohnanpassungen oder unbezahlter Mehrarbeit signalisiert. Hier hilft laut Bludau auch die offene und transparente Unternehmenskultur bei Berghoff, die die Situation für die Mitarbeiter nachvollziehbar mache.

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 Stéphane Itasse

Stéphane Itasse

MM MaschinenMarkt