Elektrische Ausrüstung Betrieb älterer Schaltanlagen birgt steigendes Gefahrenpotenzial

Autor / Redakteur: Gerhard Voß / Dipl.-Ing. (FH) Monika Zwettler

Ältere Nieder- und Mittelspannungs-Schaltanlagen können durch zusätzliche Automatisierung in der Fertigung überlastet werden. Nach einem Brand in einem Stahlwerk wurde eine neue, den aktuellen Normen entsprechende Anlage installiert, die zudem etwa 30% weniger Platz benötigt.

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Etwa ein Drittel der von den Sachversicherern registrierten Brände ist auf Mängel in elektrischen Anlagen zurückzuführen. Diese Brände hätten vermieden werden können, wenn die Anlagen mängelfrei gewesen wären. Das jedoch kann nur erreicht werden, wenn sie von vornherein fachgerecht geplant, gefertigt, errichtet und in regelmäßigen Abständen gewartet und den notwendigen Prüfungen unterzogen werden.

Schaltanlagen halten mit der Automatisierung nicht mit

Insbesondere elektrische Anlagen und deren Betriebsmittel sind häufig Gefahrenherde. Ältere Nieder- und Mittelspannungs-Schaltanlagen, die in den 50er- und 60er-Jahren installiert wurden, können eine Gefahrenquelle sein, wenn durch Umnutzung, weitere Automatisierung in der Fertigung und steigende Anzahl elektronischer Betriebsmittel die Stromverteiler überlastet werden.

Mit den Erfahrungen aus der Praxis und vorbeugenden Maßnahmen beschäftigten sich bereits verschiedene Fachseminare an der TAE Esslingen [1,2]. Typische Beanspruchungen und deren Auswirkungen werden anhand von Beispielen behandelt.

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Kabelbrand im Schaltanlagengebäude setzte Produktion außer Betrieb

Eines davon ist das Stahlwerk Brandenburg: Dort saß der Schock tief, als sich im August 2008 ein Kabelbrand im Keller des Schaltanlagengebäudes ausbreitete und damit die Produktionsanlagen (Bild 1 – siehe Bildergalerie) außer Betrieb setzte. Sofort war klar, dass die Stromzuführungen über das Mittelspannungsnetz (12 kV) mit den mehr als 90 Schaltfeldern komplett ersetzt werden mussten – und zwar so schnell wie möglich, damit die Produktion wieder laufen konnte.

Der Kabelbrand im Schaltanlagengebäude des Werkes, der erst nach 12 Stunden vollständig gelöscht werden konnte, setzte die Produktion der Stranggussanlagen, das Drahtwalzwerk und die Schweißmaschinen zur Herstellung von Betonstahlmatten außer Betrieb. Schnell wurde erkannt, dass die Schaltfelder über dem Kabelkeller durch die Ruß- und Qualmbeanspruchung nicht mehr betriebsbereit waren.

Daher wurden die alten Schaltanlagen vom Typ CSIM vom Betriebspersonal komplett abgebaut und entsorgt. Durch Neuanstrich wurden die Schaltanlagenräume dann für die neuen Anlagen vorbereitet.

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