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Die Kommissionierung zählt nach wie vor zu den anspruchsvollsten Aufgaben in der Logistik. Der Mensch war hier bisher nicht zu ersetzen. Dies hat sich mittlerweile grundlegend geändert, ist Manfred Preiß, Vertriebsleitung SSI Schäfer Peem, überzeugt: „Der Trend geht zu immer kleineren Auftragsgrößen – man denke nur an die E-Commerce-Endkundenbelieferung im B2C-Bereich.
Durch die Stückelung in Einzelteil-Lieferungen ist der Mensch nicht mehr in der Lage, effektiv zu arbeiten und zum Beispiel in Batches zu kommissionieren.“ Hier besteht die Stärke des Roboters in der Kombination: fehlerfreies Picken mit gezielter, orientierter, versandfertiger Ablage. Für Preiß stellt die Retourenbearbeitung eine besondere Herausforderung dar. Dieser Bereich der Logistik gewinnt seiner Meinung nach insbesondere im Versandhandel ständig an Bedeutung und stellt sich durch Einzelteilhandling in nicht voraussehbarer Sequenz dar.
„Ein Roboter kann die Teile gezielt greifen, mit einem Scanner identifizieren und vorrangig wieder dem Versand zuführen oder zum Beispiel in Fächer eines Kunststoffbehälters einzeln definiert einlagern“, erklärt Preiß.
Entscheidendes Zusammenspiel zwischen Software und einer guten Bilderkennung
Voraussetzungen für die automatische Kommissionierung ist der Sprung bei der Entwicklung von Greifern, Bilderkennung und Software. „Grundsätzlich hat eine gute Bilderkennung im Zusammenspiel mit der richtigen Software die automatische Kommissionierung erst möglich gemacht“, stellt Zuckermann fest, wobei für ihn die Geschwindigkeit bei der Entwicklung der Greifer deutlich langsamer als die der Bilderkennung und der dazugehörigen Software ist. Bei der Bilderkennung geht es nicht nur darum, Länge, Breite und Höhe eines Produktes zu erfassen, sondern auch die Position eines Produktes im Ladungshilfsträger zu finden.
Neben der Positions- und Bilderkennung wird zudem die Überprüfung der Produktqualität immer wichtiger. Über die Software werden diese Informationen dem Prozess und somit dem Roboter zugänglich gemacht. „Neue Greiferfertigungsverfahren, zum Beispiel Kunststofflasersintern und Rapid Prototyping, ermöglichen eine durch das Produkt bestimmte Gestaltung des Roboterhandlings“, ergänzt Nassmacher. Eine Vereinigung dieser Prozessparameter ermöglicht beispielsweise die ABB-Software Pick-Master.
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