Fanuc „Bis Ende dieses Jahres werden wir über 2000 Roboter an VW liefern“
Der modulare Querbaukasten (MQB) ist bei Volkswagen die Basis für über 30 Modelle. Für dessen Fertigung benötigt VW in seinen Werken 4700 neue Roboter – die Hälfte davon liefert Fanuc. Wir sprachen mit Dr.-Ing. Michael Klos, Manager Automotive bei Fanuc Robotics Europe, über die Details dieses Großauftrags.
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Herr Dr. Klos, laut IFR-Statistik haben sich die Roboterverkäufe 2010 im Vergleich zu 2009 auf rund 120.000 Stück verdoppelt. Einer der Motoren war die Automobilindustrie. Wie ist das Automobilgeschäft im vergangenen Jahr bei Fanuc gelaufen?
Klos: Alle Automobilhersteller investieren zurzeit in neue Produktionsanlagen, bei denen natürlich Roboter von zentraler Bedeutung sind. Fanuc verzeichnet massive Auftragseingänge aus der Automobilindustrie weltweit. In Europa ist insbesondere der VW-Konzern führend, aber auch das Geschäft mit General Motors und PSA zieht spürbar an, sodass wir 2010 für Europa Auftragseingänge über mehrere tausend Roboter verzeichnen konnten. Das ist ein Zuwachs um über 80% im europäischen Automotive-Segment.
Volkswagen hat im vergangenen Jahr einen Roboter-Großauftrag vergeben, der bis 2013 die Auslieferung von 4700 Robotern umfasst. Es ist kein Geheimnis mehr, dass dieses Kontingent zwischen Fanuc und Kuka aufgeteilt wird. Wie sieht die Verteilung aus und um welche Robotertypen von Fanuc für welche Anwendungen geht es dabei?
Klos: Fanuc und Kuka liefern jeweils 50% des Gesamtkontingents. Die große Anzahl entstand durch die Bündelung von Roboterbedarfen für sieben VW-Konzernstandorte auf derselben technischen Plattform (MQB). Bei Fanuc handelt es sich um Roboter der Baureihen R-2000iB und M-900, die im Karosseriebau eingesetzt werden sollen. Der Karosseriebau ist seit vielen Jahren der Produktionsbereich, in dem mit Abstand am meisten Roboter verwendet werden und wo in Europa Automatisierungsgrade von über 90% die Regel sind.
Was war aus Ihrer Sicht ausschlaggebend für die Verteilung?
Klos: Für einen großen OEM ist es bei strategischen Betriebsmittelkomponenten wie Robotern sehr wichtig, einen funktionierenden Wettbewerb zu haben, um attraktive Preise, technische Weiterentwicklung und Lieferfähigkeit sicherzustellen. Fanuc erfüllt seit einigen Jahren die Konzernstandards der VW-Gruppe und wir sind als strategischer Roboterlieferant mittlerweile etabliert. Sicher sprechen auch die erfolgreichen Installationen der vergangenen Jahre im VW-Konzern für uns.
Das Projekt bezieht sich auf die Modelle der sogenannten MQB-Plattform von VW. Welche Werke und Fahrzeugmodelle sind in welchem Umfang in dieses Projekt eingebunden?
Klos: Hier kann ich nur so viel sagen, dass es sich um Volumenmodelle der Konzernmarken Audi, VW, Seat und Skoda handelt.
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