Wasserstoff im Güterverkehr BMW startet Pilotbetrieb von Brennstoffzellen-Lkw

Von Stefanie Eckardt 2 min Lesedauer

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Im Rahmen des H2Haul-Projekts hat BMW mit dem Pilotbetrieb von Brennstoffzellen-Lkw begonnen. Dazu hat der Münchner Automobilhersteller zwei Nutzfahrzeuge erhalten, die nun im Realbetrieb zwischen Leipzig, Landsberg und Nürnberg zum Einsatz kommen. Dafür werden in Leipzig und Hormersdorf zwei Wasserstofftankstellen gebaut.

Im Werk Leipzig startet BMW im Rahmen des H2Haul-Projekts den Pilotbetrieb mit zwei Brennstoffzellen-Lkw.(Bild:  BMW)
Im Werk Leipzig startet BMW im Rahmen des H2Haul-Projekts den Pilotbetrieb mit zwei Brennstoffzellen-Lkw.
(Bild: BMW)

Die Dekarbonisierung des Schwerlastverkehrs spielt für den Klimaschutz eine wichtige Rolle und Wasserstoff-Lkw mit Brennstoffzellen-Antrieb können dazu erheblich beitragen. Das will man mit dem H2Haul-Projekt verdeutlichen, an dem sich neben BMW auch Iveco, DHL und TEAL Mobility beteiligen. Mit der Erprobung dieser Technologie wollen die Partner den Grundstein für die Kommerzialisierung von Brennstoffzellen-Lkws in Europa legen.

Gefördert durch Clean Hydrogen Partnership, kommen insgesamt 16 Lkw in verschiedenen europäischen Ländern zum Einsatz, davon zwei Iveco S-eWay Fuel Cell Lkw in Deutschland in der BMW Group Logistik. De gesammelten Erfahrungen und Erkenntnisse aus dem Praxisbetrieb beim Automobilhersteller der BMW Group sollen dazu beitragen, die Technologie an die Marktreife heranzubringen und den Weg für die Kommerzialisierung im Straßengütertransport frei machen. Kurze Betankungszeiten und höhere Reichweiten machen Wasserstoff-Lkw zu einem wichtigen Player auf der Langstrecke.

Weniger Emissionen in der Logistik

Die Teilnahme am H2Haul-Projekt mit dem Praxiseinsatz von Wasserstoff-Brennstoffzellen-Lkw im Langstrecken- und Schwerlasttransport ist Teil der BMW- Strategie für reduzierte Logistik-Emissionen. Das ressortübergreifende Team entwickelt Konzepte zur CO2-Minimierung für weltweite Transporte des Autobauers, die alle Verkehrsträger einschließen – also auch Schiene und Schiff. Mit dem Ziel, die Transporte im globalen Produktions- und Vertriebsnetzwerk emissionsneutral zu halten, bewertet das Team Antriebstechnologien unter Berücksichtigung verschiedener Zukunftsszenarien. Positive Bewertungen führen zur Realisierung von Pilotprojekten und zur Entwicklung von Werkskonzepten, deren Emissionsdaten anschließend konsolidiert werden, um eine CO2‑Berichterstattung zu ermöglichen.

H2-Verbrennungsmotoren-Lkw erproben

Darüber hinaus engagiert sich BMW auch im Forschungsprojekt HyCET. Hier erprobt man Nutzfahrzeuge mit H2-Verbrennungsmotoren. Im Rahmen des Projektes werden in Zukunft zwei 40-Tonnen-Lkw sowie ein 18-Tonnen-Lkw in der Logistik bei BMW genutzt. Als Verbundpartner agieren DHL, Volvo Trucks, Deutz, KEYOU und TotalEnergies. Durch die gleichzeitige Erprobung von H2-Brennstoffzellen und H2‑Verbrennungsmotoren verfolgt BMW auch in der Transportlogistik den Ansatz der Technologieoffenheit. Im Vergleich zur Brennstoffzelle hat der Verbrennungsmotor zwar einen höheren Verbrauch, kann aufgrund der Ähnlichkeit zum etablierten Dieselmotor aber mit geringeren Produktionskosten punkten. Durch die geringen Emissionen, die durch das Verbrennen von Wasserstoff entstehen, gelten die H2-Verbrenner gemäß EU-Verordnung zudem als Zero-Emission-Fahrzeuge. Sowohl H2-Brennstoffzellen-Lkw als auch Nutzfahrzeuge mit H2‑Verbrennungsmotoren kommen auf der gleichen Strecke bei BMW Logistik zum Einsatz und werden die gleichen Tankstellen nutzen. Im Vergleich der beiden Antriebstechnologien will man den bestmöglichen Einsatzbereich der jeweiligen Technologie finden.

Wasserstoffbetriebene Fahrzeuge in Leipzig

Das Werk Leipzig spielt bei BMW eine Vorreiterrolle beim Einsatz von Wasserstoff in der Logistik. 2013 wurde hier die erste Indoor-Wasserstoff-Tankstelle Deutschlands erbaut. Gabelstapler und Routenzüge für die interne Werkslogistik können dort betankt werden. Gut zehn Jahre später besitzt das Werk Leipzig mit brennstoffzellenbetriebenen Flurförderfahrzeugen eine der größten Flotten in Europa. Fünf Wasserstofftankstellen befinden sich heute auf dem Werksgelände, die jüngst errichtete ermöglicht erstmals voll automatisierte Tankvorgänge.

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