Honen Bohren und Honen im Doppelpack verkürzt die Durchlaufzeiten

Autor / Redakteur: Richard Läpple und Stephan Schaible / Rüdiger Kroh

Bohren und Honen sind bei dem Konzept Borehone in einer Anlage integriert. Vor allem Hersteller von Motorblöcken profitieren davon, dass im Vergleich zur bisherigen Lösung mit zwei Maschinen eine Borehone-Anlage etwa 20% weniger Stellfläche benötigt. Zudem verkürzt das optimierte Bauteilhandling die Durchlaufzeiten.

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Bild 1: Zylinderbohrungen nach dem Spiralgleithonen. (Bild: Nagel)
Bild 1: Zylinderbohrungen nach dem Spiralgleithonen. (Bild: Nagel)

Wenn zwei Spezialisten ihr Know-how bündeln, läuft dies meistens auf ein besonderes Ergebnis hinaus. So auch im Falle der Nagel Maschinen- und Werkzeugfabrik GmbH in Nürtingen und der Grob-Werke GmbH & Co. KG in Mindelheim. Die beiden Anbieter von Lösungen für das Honen und die Motorbearbeitung optimieren mit dem gemeinsam entwickelten Anlagenkonzept Borehone die Bearbeitung von Zylinderbohrungen.

Integrierte Anlage zum Bohren und Honen reduziert Stückkosten

Der Name Borehone bringt es schon auf den Punkt, die Prozesse Bohren und Honen rücken besonders eng zusammen. Eine integrierte Anlage erledigt, wofür bislang zwei getrennte Maschinen zuständig waren. Die Anwender, insbesondere Hersteller von Motorblöcken, profitieren von einer Reihe von Vorteilen. Im Vergleich zu einer herkömmlichen Lösung mit zwei Maschinen benötigt eine Borehone-Anlage etwa 20% weniger Stellfläche. Entsprechend geringer fallen die Anschaffungskosten aus, ebenso die laufenden Nebenkosten für das Rüsten, die Bedienung, für Energie und Wartung.

Doch den Hauptnutzen dürften die Motorenbauer in den reduzierten Stückkosten für ihre Motorblöcke sehen. Bedingt durch technische Besonderheiten und ein optimiertes Bauteilhandling bietet das Konzept von Nagel und Grob spürbar kürzere Durchlaufzeiten. Beispielsweise erfolgt die Werkstückübergabe an die Honstationen automatisch und zumeist erheblich schneller als bei einer klassischen Prozesstrennung.

Zudem ist es den Entwicklern beider Unternehmen gelungen, die sonst übliche sechsstufige Prozessabfolge – Vorbohren, Semifinishbohren, Finishbohren, Vorhonen, Basishonen, Fertighonen – auf fünf Operationen zu reduzieren. Möglich wird dies durch die Einführung des besonders effektiven High-Speed-Honens (HSH) an der Stelle der ersten Honstation.

Beim High-Speed-Honen wird das vierfache Zeitspanvolumen erreicht

Beim High-Speed-Honen ist der Materialabtrag mit 200 bis 250 µm deutlich höher als beim herkömmlichen Vorhonen (etwa 60 µm). In Verbindung mit Schnittgeschwindigkeiten um 200 m/min erreicht das HSH etwa das vierfache Zeitspanvolumen. Dieser Wert ist generell abhängig vom Anwendungsfall, im Prinzip sind noch höhere Abtragsmengen möglich. Aufgrund dieser hohen Leistung lässt sich das HSH bereits im Anschluss an das Semifinishbohren in die Prozesskette einfügen. Auf das Finishbohren kann folglich verzichtet werden.

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