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Angeschafft wurden auch zwei zusätzliche Bearbeitungsköpfe, mit denen vielfältige Bearbeitungsaufgaben abgedeckt werden können. Ein Winkelfräskopf wird für Bearbeitungen im rechten Winkel zu Spindelachse und Tragbalken verwendet. Der Universalfräskopf ist für Bearbeitungen in beliebigen Raumlagen gedacht, was gerade bei der Aufbereitung und Nachbearbeitung von Altbauteilen von Vorteil ist, bei denen flexibel auf die vorhandene Werkstückgeometrie reagiert werden muss. Ein CNC-Planschieber dient zum Ausspindeln und zur Konturbearbeitung großer Bohrungen.
Bohrwerk kann großes Spektrum von Bearbeitungen abdecken
Mit dieser Ausstattung können die Instandhalter der Dillinger Hütte das große Spektrum anfallender Bearbeitungen abdecken. „Für uns ist Flexibilität besonders wichtig, weil viele Bauteile individuell sind“, erläutert Werkstättenchef Barth. Zudem müsse für die Betriebssicherheit und Verfügbarkeit der Werksanlagen eine schnelle Reaktionsfähigkeit gewährleistet sein. „Diese Ziele haben wir mit der Maschine zu 100% erreicht.“
Ein anderer wichtiger Aspekt war die Genauigkeit. In diesem Punkt haben sich die hydrostatischen Führungen der Speedram 2000 im Praxiseinsatz ebenfalls bestens bewährt. Bei der Maschine kommt ein voll umschlossen geführter Tragbalken zum Einsatz, der die Verformung des Balkens auf ein Minimum reduziert. Eine geometrische und thermische Kompensation sorgt dafür, dass die Durchbiegung des Tragbalkens, die Kippung des Spindelstocks und die Neigung des Ständers bei jeder Belastung minimiert wird.
Temperiertes Öl für die thermische Kompensation im Bohrwerk
Die thermische Kompensation geschieht durch die Wärmeanpassung von Bauteilen wie Lagern und Spindel durch entsprechend temperiertes Öl. Außerdem werden Materialien mit verschiedenen Wärmeausdehnungskoeffizienten verwendet. Die Ist-Temperatur sowie die Relativbewegung werden an den relevanten Stellen gemessen und die Temperaturunterschiede werden elektronisch kompensiert.
Abgerundet wird die Installation durch ein Sicherheitskonzept, das von der Berufsgenossenschaft abgenommen wurde. Dieses berücksichtigt einerseits eine gute Zugänglichkeit zur Maschine, gute Einsehbarkeit und Überwachungsmöglichkeit des Zerspanungsprozesses und gewährleistet andererseits ein minimiertes Unfallrisiko – vor allem durch einen vorne und seitlich abgeschlossenen Schutzzaun sowie einen Durchgang auf der Maschinenrückseite, der durch ein dreifaches Seilgeländer mit zusätzlicher Lichtschranke abgesichert ist.
Die Speedram 2000 läuft seit über einem Jahr in dreischichtigem Betrieb. Bereits zwei Monate nach der Inbetriebnahme konnte die fünfköpfige Bedienmannschaft um Bereichsleiter Peter Mellinger in den Vollbetrieb des neuen Bohrwerks übergehen.
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