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Spanende Fertigung Bohrwerke bewältigen die dicksten Brocken

| Redakteur: Frank Fladerer

Die Bearbeitung von großen, schweren Bauteilen mit hoher Präzision ist eine Domäne von Bohrwerken. Ein Hauptgrund: Sie sind flexibler als große Fräsmaschinen und Karusselldrehmaschinen. Eine typische Anwendung für Bohrwerke stellt die Instandhaltung eines Betriebes wie der Dillinger Hüttenwerke dar. Seit einigen Monaten verstärkt dort ein Bohrwerk Speedram 2000 von Pama den Maschinenpark.

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Wenn es um die Bearbeitung von großen und schweren Bauteilen mit hoher Präzision geht, sind oft Bohrwerke gefragt. Bei der Dillinger Hütte verstärkt eine Speedram 2000 von Pama den Maschinenpark. Bilder: Fladerer
Wenn es um die Bearbeitung von großen und schweren Bauteilen mit hoher Präzision geht, sind oft Bohrwerke gefragt. Bei der Dillinger Hütte verstärkt eine Speedram 2000 von Pama den Maschinenpark. Bilder: Fladerer
( Archiv: Vogel Business Media )

Ludwig XIV. gilt als Gründervater der Dillinger Hüttenwerke. 1685 erteilte er eine Genehmigung für den Bau einer Eisenhütte vor den Toren der damals französischen Festung Saarlouis. Sie ist heute eine der ältesten Aktiengesellschaften Deutschlands und zählt derzeit 5200 Mitarbeiter. Der Stahl aus dem Saarland findet sich unter anderem in der Queen Mary 2, im Fernbahnhof des Frankfurter Flughafens oder auch im Olympiastadion Athen wieder.

Anwendungsfälle für ein Bohrwerk gibt es in der Hüttenwerks-Umgebung reichlich. In den Zentralen Werkstätten in Dillingen wird ein vielfältiges Spektrum an Ersatz- und Reserveteilen sowie Betriebsmitteln neu gefertigt oder für eine Wiederverwendung aufbereitet. Hierzu zählen unter anderem Heißwindschieber für die Hochöfen, Kokillenplatten für die Stranggießanlagen, Elektromotore, Komponenten für Bahnfahrzeuge und für Krananlagen.

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Bis vor einigen Monaten verwendete die Instandhaltung ein konventionelles Bohrwerk vom Typ Union BFP 160, das den aktuellen Erfordernissen an Verfügbarkeit und Präzision nicht mehr voll genügte. Deshalb entschied sich das Team um Dr.-Ing. Hubert Barth, Betriebschef Zentrale Werkstätten und Lagerwirtschaft, für die Neuanschaffung eines CNC-gesteuerten Horizontal-Bohr- und Fräswerks, mit dem die Großteilbearbeitung optimiert, die Bearbeitungsgenauigkeit erhöht, Durchlauf- und Rüstzeiten verkürzt und die Flexibilität für alle anfallenden Arbeiten vergrößert werden sollte.

Die Wahl der Dillinger Hütte fiel auf ein Bohrwerk von Pama, eine Speedram 2000 mit Verfahrwegen von 9000 mm × 3500 mm × 1200 mm und einer Antriebsleistung von 60 kW. Die 160-mm-Spindel, zugleich W-Achse, kann um 1000 mm und der Arbeitstisch (V-Achse) um 1500 mm verstellt werden.

Bohrwerk bietet Dreh-Verschiebetisch mit Belastbarkeit von 25t

Durch die Kombination eines Plattenfeldes mit einem daneben angeordneten Dreh-Verschiebetisch können die Instandhalter flexibel zwischen vorausplanbarer Arbeit und kurzfristigen Arbeiten zur Behebung von Anlagenstörungen wechseln. Der Dreh-Verschiebetisch mit einer Belastbarkeit von 25 t kommt dabei schwerpunktmäßig für die planbaren Arbeiten, das Plattenfeld mit den Abmessungen von 5000 mm × 3000 mm und einer Belastbarkeit von 15 t/m2 bei den außerplanmäßigen Tätigkeiten zum Einsatz.

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