Beschlossen! Bund fordert keine höhere Frauenquote in Spitzenjobs

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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Die Bundesregierung will vorerst keine weiteren Konzerne zu einer Frauenquote verpflichten. Das jedenfalls teilte Bundesfamilienministerin Lisa Paus (Grüne) der dpa auf Nachfrage mit.

Die Bundesregierung hat beschlossen, dass es keine Ausweitung der Verpflichtungen geben wird, durch die mehr Frauen an Spitzenpositionen kommen sollen. Frauenverbände sind davon aber nicht begeistert ...(Bild:  Femi)
Die Bundesregierung hat beschlossen, dass es keine Ausweitung der Verpflichtungen geben wird, durch die mehr Frauen an Spitzenpositionen kommen sollen. Frauenverbände sind davon aber nicht begeistert ...
(Bild: Femi)

Im Koalitionsvertrag der Ampel sind zunächst keine weiteren Schritte vorgesehen, äußerte sich Lisa Paus mit Blick auf die Frauenquote in Spitzenjobs. Deshalb werde es nach aktuellem Stand keine Ausweitung der geltenden Vorgaben geben. Seit 2016 ist ein Teil der börsennotierten Unternehmen nämlich verpflichtet, bei der Neubesetzung von Stellen im Aufsichtsrat eine verbindliche Frauenquote von 30 Prozent einzuhalten. Frauenverbände wie die Organisation „Frauen in die Aufsichtsräte“ (Fidar) beklagen, dass diese Quote bisher nur 104 Unternehmen erfasse. Sie fordern deshalb seit längerem, deutlich mehr Konzerne in die Pflicht zu nehmen.

Frauenverbänden geht es nicht weit genug ...

Auch mit Blick auf die im Jahr 2021 eingeführte Regelverschärfung für die Besetzung von Vorstandsposten gibt es laut Paus keine Neuerungen. Die Regel sieht vor, dass in börsennotierten und paritätisch mitbestimmten Unternehmen mindestens eine Frau im Vorstand sitzen muss, sofern er über drei Mitglieder hat. Allerdings fallen bisher nur Unternehmen mit über 2.000 Beschäftigten unter diese Vorgabe. Laut Fidar sind das nur 65 Firmen – und damit viel zu wenige, wie die Organisation findet. Die gesetzlichen Quoten und Vorgaben zur Stärkung von Frauen in Spitzenjobs müssten für etwa 2.000 Unternehmen und nicht nur für ein paar Dutzend Firmen gelten, hatte Fidar-Präsidentin Anja Seng im Juli im Gespräch mit der dpa gefordert. Frei nach dem Motto „Je mehr, desto besser“.

Frauenquote steigt nur bei Quotenregelung

Noch immer sind laut einer Auswertung von Fidar, die im Juli veröffentlicht wurde, die meisten Unternehmen in den Chefetagen von Parität weit entfernt. Wenngleich die Führungsebenen immer weiblicher würden, denn im Mai 2024 waren laut einer Untersuchung der Organisation in den Aufsichtsräten von 180 Börsenkonzernen 37,3 Prozent der Stellen mit Frauen besetzt, also so viele wie noch nie zuvor. Fidar sieht das als Fortschritt an und führt das Ergebnis auch auf die gesetzlichen Vorgaben zur Beteiligung von Frauen zurück. So habe es etwa seit Einführung der Vorgabe für Vorstände beim durchschnittlichen Frauenanteil in den Vorständen einen Zuwachs um 4,6 Prozentpunkte auf fast 20 Prozent gegeben. Und auch Paus ist von der Wirkung der Quote überzeugt: „Wo es eine klare Quote gibt, da funktioniert das.“ Wo es keine klare Quote gibt, bewege sich wenig. Der Anteil von Frauen in Führungspositionen steige aber stetig.

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