Werkzeug- und Formenbau

CAD/CAM-Systeme mit Zeitspar-Funktion führen schnell zum Formwerkzeug

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Programmierzeiten eingespart

Nach der Kontaktaufnahme zum CAD/CAM-Spezialisten Sescoi und einer vierwöchigen Testphase entschied sich Babilon für das Work-NC von Sescoi. Work-NC bietet den Vorteil, von einer programmierten Elektrode mit einem globalen Offset die Untermaße vergrößern oder verkleinern zu können. So entstehen auf einfache Weise neue Schrupp- oder Schlichtvarianten der Elektrode. Diese Pakete lassen sich außerdem mit einem Mausklick für spiegelbildliche Teile umrechnen, wobei sich auch die Frässtrategien entsprechend ändern (Bild 3).

Mit Work-NC kamen die Werkzeugbauer ihrem Ziel, die Programmierzeiten für konturgebende Teile und Elektroden drastisch zu verkürzen, einen großen Schritt näher. Flankierend zum neuen CAM-System investierte das Unternehmen für die Graphitbearbeitung in neue HSC-Bearbeitungszentren mit Palettensystem, wodurch die Engpässe bei der Elektrodenherstellung nahezu eliminiert wurden. Dazu trug auch der Einsatz der Work-NC-Zusatzsoftware Multi-Part Machining (MPM) bei, die das Fräsen unterschiedlicher Bauteile auf einer Palette optimiert.

Hinter MPM steckt die Idee, die gesamte Palette als ein zu bearbeitendes Bauteil zu betrachten, für das Work-NC ein passendes NC-Programm zur Verfügung stellt. Im Idealfall kommt so jedes Werkzeug nur einmal zum Einsatz, und die Anzahl der Fräsbahnen bleibt übersichtlich. MPM minimiert dadurch den Werkzeugwechsel, spart Zeit und erhöht die Prozesssicherheit – was sich bei Babilon und seinen bis zu 400 Elektroden pro Monat schnell bezahlt macht.

Eine Zusatzsoftware verhindert Kollisionen

Kollisionssicherheit wird bei Babilon groß geschrieben, denn schließlich kann in der HSC-Bearbeitung der Bediener gar nicht schnell genug reagieren, um während des Fräsvorgangs einen drohenden Crash abzuwenden. Doch MPM bietet dafür die entsprechenden Sicherheitsvorkehrungen: So lassen sich im Programm die Positionen der einzelnen Elektroden einfach darstellen, wodurch der erfahrene Bediener auch noch so kleine Fehler sofort erkennt. Um Kollisionen zu vermeiden, ermittelt MPM zudem automatisch eine sichere Rückzugshöhe, die sich aus dem höchsten Projekt ergibt. Wenn das Werkzeug von Projekt zu Projekt zieht, um die nächste Fräsbahn abzuarbeiten, ist der Rückzug auf diese Höhe absolute Pflicht.

Die sichere Kollisionsfreiheit aller durch Work-NC generierten Programme war für die Babilon GmbH ein entscheidender Faktor, das System auch für die Stahlbearbeitung einzusetzen. Seit kurzem wird darüber sogar die Fünf-Achs-Simultanbearbeitung programmiert. Schließlich ist Babilon auch im Maschinenpark up-to-date. Drei Fräsmaschinen mit Schwenkkopf und Drehtisch werden in der Fertigung zur Fünf-Achsen-Bearbeitung eingesetzt, teils mit angestellter Achse, teils simultan. Für die Werkzeugbauer ist Work-NC inzwischen zu einer wichtigen Stütze der gesamten Zerspanung geworden.

Mittlerweile wickelt das Unternehmen den kompletten Kollisionsschutz über das Programmieren ab. Es muss sich kein Bediener an der Maschine Gedanken machen, ob es irgendwo Probleme mit der Werkzeuglänge geben könnte, solange er sich an die Vorgaben aus der Programmierung hält. Die trägt die Verantwortung. So konnten die Zeiten für mannlose Fertigung wesentlich ausgeweitet und ohne Probleme eine 40 Stunden-Bearbeitung übers Wochenende angestoßen werden. Heute sind bei Babilon vier Work-NC-Arbeitsplätze im Einsatz.

Werner Möller ist Vertriebsleiter der Sescoi GmbH in Neu-Isenburg.

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