Kommentar
Volkswagen, Exportkontrollen und verschobene China-Reisen: die neue Realität der Globalisierung

Ein Gastbeitrag von Sebastian Wiendieck 3 min Lesedauer

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Was passiert, wenn China Exportkontrollen zunehmend als industriepolitisches Werkzeug nutzt? Das Beispiel von VW und Nexperia zeigt, wie schnell es gehen kann.

Geopolitische Spannungen um Nexperia-Chips zeigen Chinas Nutzung von Exportkontrollen als industriepolitisches Werkzeug.(Bild: ©  Destina - stock.adobe.com)
Geopolitische Spannungen um Nexperia-Chips zeigen Chinas Nutzung von Exportkontrollen als industriepolitisches Werkzeug.
(Bild: © Destina - stock.adobe.com)

Der mögliche Produktionsstopp bei Volkswagen wegen fehlender Nexperia-Chips und die Verschiebung der Chinareise von Außenminister Wadephul zeigen exemplarisch, wie eng Technologie, Politik und Wirtschaft heute miteinander verflochten sind. Was früher ein logistisches Problem gewesen wäre, kann heute ein geopolitischer Risikofall werden. Nexperia stammt zwar aus den Niederlanden, gehört aber chinesischen Eigentümern. Nachdem Den Haag auf US-Druck hin die Kontrolle über das Unternehmen teilweise übernommen hat, reagierte Peking mit Exportbeschränkungen. Innerhalb weniger Wochen kann so ein politisches Signal zur realwirtschaftlichen Produktionskrise werden.

China nutzt Exportkontrolle längst als industriepolitisches Instrument. Ziel ist nicht nur der Schutz nationaler Sicherheitsinteressen, sondern auch die strategische Steuerung technologischer Abhängigkeiten. Der Staat definiert, welche Güter und Technologien als „sensibel“ gelten, und behält sich bewusst Spielräume vor, um politisch flexibel reagieren zu können. Für Unternehmen bedeutet das: Lieferketten können plötzlich einfrieren.