Kreislaufwirtschaftskönig China wird Sieger beim Recycling von Batterierohstoffen

Quelle: Pressemitteilung der Universität Münster 2 min Lesedauer

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Wissenschaftler an der Uni Münster kommen zu dem Ergebnis, dass China von Rohstoffen wie Lithium, Kobalt oder Nickel weltweit am unabhängigsten ist.

Forscher aus Münster wollten wissen, wann China, Europa und die USA in Sachen Batterierecycling eine geschlossene Kreislaufwirtschaft erreicht haben. So wie die Sache steht, wird wohl China das Rennen machen. Hier einige Details ...(Bild:  D. Egenhardt)
Forscher aus Münster wollten wissen, wann China, Europa und die USA in Sachen Batterierecycling eine geschlossene Kreislaufwirtschaft erreicht haben. So wie die Sache steht, wird wohl China das Rennen machen. Hier einige Details ...
(Bild: D. Egenhardt)

Mit der zunehmenden Produktion von Batterien für Elektrofahrzeuge steigt natürlich auch die Nachfrage nach den dafür notwendigen Rohstoffen, wie Lithium, Kobalt oder Nickel. Angesichts von Versorgungsrisiken, Umweltproblemen und prekären Arbeitsbedingungen, die mit dem Abbau und Transport dieser Rohstoffe verbunden sind, ist das Recycling von Batteriematerialien zu einem wichtigen Thema in Wissenschaft, Politik und Industrie geworden, wie das Forscherteam um Prof. Dr. Stephan Delft von der Universität Münster sagt. Es hat außerdem ermittelt, wann die drei wichtigsten Batterierohstoffe Lithium, Kobalt und Nickel in Europa, den USA und China komplett durch Recycling abgedeckt werden können – also wann in diesen Regionen eine vollständige Kreislaufwirtschaft möglich ist. Das Fazit ist, dass es den Chinesen zuerst gelingen wird, gefolgt von Europa und den USA.

Im Detail sieht das Ganze so aus: In China kann der Bedarf an primärem, also durch Abbau gewonnenem Lithium für Elektroautos voraussichtlich ab dem Jahr 2059 durch Recycling gedeckt werden. In Europa und den USA erst etwa 10 Jahre später. Für Kobalt sei der Bedarf in China aller Voraussicht nach frühestens 2045, in Europa 2052 und in den USA erst ab 2056 durch Recycling gesichert. Für Nickel gilt, dass China den Bedarf wohl frühestens 2046, Europa erst ab 2058 und die USA erst ab 2064 durch Recycling decken können.

Batterierecycling braucht mehr Elektrifizierung

Zwar hätten frühere Forschungsarbeiten das Angebot recycelter Batterierohstoffe und die Nachfrage danach erforscht, jedoch sei bisher nicht klar geworden, wann die vollständige Kreislauffähigkeit erreicht werde –also wann Angebot und Nachfrage gleich sind (Gleichgewichtspunkt). Das Forschungsteam ging auch der Frage nach, ob es Möglichkeiten gibt, den Gleichgewichtspunkt schneller zu erreichen als anhand der aktuellen Entwicklungen vorausgesagt. Die Antwort fällt demnach positiv aus, denn die Forschung zeigt, wie es weiter heißt, dass dabei vor allem die schnellere Elektrifizierung der Automobilindustrie, wie sie in der EU momentan diskutiert wird, eine Rolle spielt. Denn je schneller der Automobilmarkt durch Elektrofahrzeuge durchdrungen werde, desto schneller stünden Batterien in ausreichender Menge zum Recycling zur Verfügung. Der Doktorand Jannis Wesselkämper ergänzt: „Auch durch kleinere Batterien und durch die Vermeidung des sogenannten Second Lifes der Batterien – zum Beispiel als stationärer Stromspeicher für Solarstrom – könnte der Bedarf an Rohstoffen deutlich früher durch Recycling gedeckt werden.“

Das Forscherteam setzte für die Untersuchungen übrigens eine sogenannte dynamische Materialflussanalyse ein, um den künftigen Bedarf und die dann vorhandenen, zum Recycling zur Verfügung stehenden Rohstoffe zu berechnen. Als Datenbasis nutzte das Team die Informationen aus aktuellen Forschungsarbeiten und Marktprognosen zu den Entwicklungen von Batterieproduktion und -verkauf und dem damit verbundenen Rohstoffbedarf.

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