Umdenken bei China Chinas neuer 5-Jahres-Plan und seine Auswirkungen

Quelle: dpa 3 min Lesedauer

Der Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V. (BME) erklärt, wie Chinas neue industriepolitische Leitplanken Einkauf, Logistik und Lieferketten deutscher Unternehmen verändern ...

Es wird anders! Der 15. 5-Jahres-Plan, den China jetzt vorgestellt hat, schlägt erste Wellen, die bereits in Deutschland angekommen sind. Die Verabschiedung steht kurz bevor. Der BME will hier aufrütteln und erklären, was das Ganze für deutsche Unternehmen bedeuten wird ...(Bild:  Ch. Wong)
Es wird anders! Der 15. 5-Jahres-Plan, den China jetzt vorgestellt hat, schlägt erste Wellen, die bereits in Deutschland angekommen sind. Die Verabschiedung steht kurz bevor. Der BME will hier aufrütteln und erklären, was das Ganze für deutsche Unternehmen bedeuten wird ...
(Bild: Ch. Wong)

Der Entwurf für Chinas 15. 5-Jahres-Plan (FYP) wurde am 5. März 2026 offiziell im Rahmen des 14. Nationalen Volkskongresses (NVK) zur Beratung vorgelegt, informiert der BME. Mit dem neuen Plan festige die Volksrepublik demnach ihren Kurs, der weg von einem rein wachstumsgetriebenen Modell und hin zu einem Resilienz- und qualitätsorientierten Entwicklungsmodell seiner Wirtschaft führe. Für Beschaffungsstrategien deutscher Unternehmen bedeute das, dass sie künftig weit über die Parameter Kosten und Qualität hinausdenken müssten. Im Folgenden einige nähere Informationen zur Lage ...

Strategisches Steuerungsinstrument statt klassischer Wirtschaftsplan

Der 15. FYP ist laut BME weniger als klassisches ökonomisches Dokument zu verstehen, sondern vielmehr als ein strategisches Steuerungsinstrument, das an der Schnittstelle von Industriepolitik, Sicherheit und Geopolitik ansetzt. China strebe dabei eine beschleunigte Verlagerung hin zu wissens- und technologieintensiver Wertschöpfung an – zusammengefasst unter den strategischen Leitlinien der „New quality productive forces“. Insbesondere der Maschinenbau, die Halbleiterindustrie sowie die Anbieter grüner Technologien (Batteriespeicher, Photovoltaik) stehen dabei im Fokus der staatlich orchestrierten Innovationswelle, heißt es weiter. Für die die Rolle von Einkauf, Logistik und Lieferkette sei das von hoher praktischer Relevanz. Die Beschaffung aus China ist dann nicht länger ausschließlich eine Frage von Kosten, Qualität und Lieferzuverlässigkeit, sondern zunehmend eingebettet in industriepolitische Zielsetzungen des Landes, kommentiert Dr. Lars Kleeberg, Hauptgeschäftsführer des BME.

Nationale Sicherheit und Wirtschaftsentwicklung werden gleichrangig

Ein zentraler Aspekt des neuen Plans ist die Gleichrangigkeit von wirtschaftlicher Entwicklung und nationaler Sicherheit, so der BME. Lieferketten und industrielle Kernkompetenzen würden aus chinesischer Sicht nämlich explizit als strategische Faktoren definiert. Das Ziel ist es, Abhängigkeiten in Schlüsselindustrien zu reduzieren und heimische Zulieferstrukturen zu stärken. Die zentralen Risiken für den Einkauf deutscher Industrieunternehmen liegen laut Kleeberg dabei weniger in abrupten Marktverwerfungen als vielmehr in schleichenden regulatorischen Veränderungen. Dazu zählten zunehmende Lokalisierungsanforderungen, strengere Prüfungen bei sensiblen Technologien oder gezielte Eingriffe über nationale Normen und Standards. Wer aber über eine starke lokale Präsenz und ein tiefes Verständnis der regulatorischen Anforderungen verfügt, wird sich strukturelle Vorteile sichern können, sind sich Kenner der Szene sicher. Chinas Reaktion auf europäisches De-Risking ist also keine Abkopplung, sondern eine Kombination aus Diversifizierung, industrieller Eigenständigkeit und selektiver Offenheit.

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