Umdenken bei China

Chinas neuer 5-Jahres-Plan und seine Auswirkungen

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EU-Regulierungen versus chinesische Sicherheitspolitik

Ein Spannungsfeld wird durch den Gegensatz von zunehmender Regulierung seitens der EU und chinesischer Sicherheitspolitik gebildet. Während das deutsche Lieferkettensorgfalts-Pflichtengesetz und die EU-Richtlinie (CSDDD) von Unternehmen eine risikobasierte Transparenz über die gesamte Kette fordern, bringt der 15. Fünfjahresplan Chinas genau diesen Bestrebungen entgegengesetzte Impulse, analysiert der BME. Deshalb steuere man auf ein ernsthaftes Dilemma zu, weil die Übermittlung von Lieferantendaten nach Europa zukünftig zunehmend in Konflikt mit chinesischen Gesetzen geraten könne. Denn Peking wird die gesetzlichen Hürden für den grenzüberschreitenden Transfer industrieller Daten verschärfen.

Das Fazit zum 15. chinesischen FYP:

Der 15. 5-Jahres-Plan markiert laut BME zwar keinen abrupten Bruch, aber eine strategische Verdichtung der bisherigen chinesischen Industrie- und Wirtschaftspolitik. Politische Prioritäten und die Einführung technologischer Standards gewinnen gegenüber reinen Marktmechanismen dabei an Bedeutung. Die Ära des Wachstums um jeden Preis ist wohl vorbei. Für den Einkauf bedeute diese Entwicklung, dass Strategien künftig politischer, langfristiger und systemischer gedacht werden müssten. China bleibe nicht zuletzt ein zentraler Beschaffungs- und Produktionsstandort – insbesondere bei technologisch anspruchsvollen Spezialkomponenten und industriellen Materialien. Es zeichnet sich nach Meinung des BME jedoch ab, dass die Kooperation künftig stärker von Interessen geleitet sein wird und eine pragmatischere Vorgehensweise mit China stärker in den Vordergrund rücken muss, um die Möglichkeiten des Marktes nutzen zu können. Der chinesische Markt bleibe zwar offen, sei jedoch nicht mehr als neutral zu betrachten. Der BME empfiehlt Unternehmen deshalb, ihre China-Strategie nicht als statisches Dokument, sondern als dynamischen Prozess zu begreifen. Die formale Verabschiedung des Plans in wenigen Tagen gibt dann den Startschuss für eine neue Phase der industriellen Kooperation ab – eine Kooperation, die mit Blick auf die Volksrepublik dann professioneller, politischer und resilienter gestaltet werden muss als jemals zuvor.

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