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Chinas Hersteller erobern den Markt für „Soft Robotics“

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Startschuss für den Aufbau einer chinesischen Halbleiterindustrie und ihrer Zulieferer

Die Fertigung von Halbleitern wird seit Anfang August in China mit massiven Steuererleichterungen gefördert. Bis zu zehn Jahre lang werden gewisse chinesische Unternehmen von der Körperschaftssteuer befreit, wenn sie fortgeschrittene Halbleiter mit 28-Nanometer-Prozessen oder kleiner produzieren, berichten chinesische Staatsmedien. Peking reagiert damit auf den Huawei-Bann in den USA und anderen Ländern. Während die Steueranreize allein den Technologievorsprung anderer Länder bei Computerchips nicht über Nacht verschwinden lassen werden, sind sie doch ein wichtiges politisches Signal für die Aufwertung der chinesischen Halbleiterindustrie. Vor allem die Produktionskosten einiger führender chinesischer Chip-Hersteller und Spezialisten im Halbleiter-Packaging werden dadurch sinken, sagen Branchenkenner in Peking voraus.

Auch eine ganze Reihe von nachgelagerten Industrien in China, etwa die für das Design integrierter Schaltkreise, der Maschinenbau für die Halbleiter-Industrie, die Produktion von Spezialchemikalien („Performance Materials“) oder auch die gesamte Halbleiter-Prüftechnikindustrie werden durch die gerade veröffentlichten Steueranreize indirekt beflügelt, heißt es in einer Analyse der auf Kommunikation und IT spezialisierten Zeitung Tongxin Xinxi Bao. Es habe gerade ein „goldenes Zeitalter der chinesischen Halbleiter-Industrie“ begonnen, kommentierten mehrere chinesische Medien. Die „Unterdrückung chinesischer Tech-Firmen repräsentiert durch Huawei“ habe den Ausbau und die Modernisierung einer heimischen, chinesischen Chip-Industrie „unvermeidlich“ gemacht, hieß es.

Gezielte staatliche Förderung der Halbleiterfertigung

China ist bereits der weltgrößte Absatzmarkt für Halbleiter aller Art, doch die fortschrittlichsten Chips auf 7- oder 5-Nanometer-Basis werden bislang nur von nicht-chinesischen Firmen hergestellt und müssen von chinesischen Tech-Firmen wie Huawei importiert werden. Während US-Präsident Donald Trump mit seinem Handels- und High-Tech-Krieg versucht, hier den Hebel anzusetzen und Chinas Aufstieg zur technologischen Weltmacht zu verzögern, reagiert die kommunistische Partei- und Staatsführung nun mit gezielter industriepolitischer Förderung.

Der Startschuss für einen neuen Entwicklungsschub der chinesischen Halbleiter-Industrie ist – wie in China üblich – in einem Dokument mit einem eher drögen Titel versteckt. Es heißt „Mehrere politische Maßnahmen zur Förderung der hochqualitativen Entwicklung der Integrierten-Schaltkreis-Industrie und der Software-Industrie in der neuen Ära“. Chinesische Fachmedien und Branchen-Insider nennen das Papier abgekürzt einfach „Dokument Nummer 8“. Auffällig ist, dass hier zum ersten Mal in der Geschichte staatlicher Industriepolitik die Integrierte-Halbleiter-Industrie (auf Englisch „IC industry„) in einem Atemzug noch vor der Softwareindustrie genannt wird. Die Lokalisierung der Fertigung fortgeschrittener Halbleiter sei damit zu einer wichtigen und langfristigen Entwicklungsstrategie Pekings aufgewertet worden, kommentieren Experten.

Kritiker, unter anderem in Hongkong, verweisen in ihren Kommentaren auf die noch erhebliche Technologiekluft zwischen chinesischen Halbleiter-Foundries und international führenden Firmen wie Intel oder TSMC. In den Medien ist bei dem Thema oft von bis zu zehn Jahren Vorsprung für die amerikanische oder taiwanesische Halbleiterindustrie die Rede, in Kreisen gut informierter Beobachter in China dagegen nur von drei bis fünf Jahren. Wie dem auch sei, chinesische Branchen-Insider haben da eher eine langfristige Perspektive. Zehn Jahre Rückstand, was sei das schon, sagt etwa Cai Bo, ein chinesischer IT-Experte, gegenüber der Zeitung Tongxin Xinxi Bao. „Zehn Jahre, das sind gerade einmal zwei Fünf-Jahres-Pläne“.

Ein normaler Sommer in Wuhan

Wuhan, die Industriestadt in Zentralchina, hat weltweit notorische Berühmtheit erlangt, weil sich das Coronavirus dort zuerst ausgebreitet hatte. Ein Zeichen dafür, wie gut China die Pandemie inzwischen unter Kontrolle gebracht hat, sind Bilder aus Wuhan, die vor wenigen Tagen „viral“ um die Welt gingen. Die Fotos, zuerst von der französischen Nachrichtenagentur AFP auf Twitter veröffentlicht, zeigten Tausende von Partygästen in einem riesigen Swimmingpool in Wuhan, wobei kaum Gesichtsmasken zu sehen waren. Zu wummernder elektronischer Musik vergnügten sich die Tanzenden im Wasser, auf Luftmatratzen oder am Beckenrand.

In Wuhan sind seit Mitte Mai keinerlei neue Infektionen mit dem Coronavirus bekannt geworden. Dennoch teilte der „Maya Beach Wasserpark“, der die Riesenfete veranstaltete pflichtbewusst mit, man habe nur 50 % der möglichen Besucher hereingelassen und das Wasser sei regelmäßig getestet und desinfiziert worden.

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* Henrik Bork ist Managing Director bei Asia Waypoint, einer auf China spezialisierten Beratungsagentur mit Sitz in Beijing. China Market Insider ist ein Gemeinschaftsprojekt der Vogel Communications Group, Würzburg, und der Jigong Vogel Media Advertising in Beijing.

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