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China Manufacturing 2025

Chinas Regierung treibt mehr als Industrie 4.0 voran

| Autor: Stéphane Itasse

In China ist das Interesse an Industrie 4.0 groß, wie auch das Demonstrationszentrum des Karlsruhe Institute of Technology (KIT) zeigt. Die Pläne der Regierung gehen aber weiter.
In China ist das Interesse an Industrie 4.0 groß, wie auch das Demonstrationszentrum des Karlsruhe Institute of Technology (KIT) zeigt. Die Pläne der Regierung gehen aber weiter. (Bild: KIT)

Mit dem Programm China Manufacturing 2025 hat China einen Plan vorgelegt, um die Entwicklung der eigenen Industrie deutlich voranzubringen. Vorbild ist in vielen Teilen die deutsche Initiative Industrie 4.0, doch geht Beijing weit darüber hinaus.

Steigende Lohnkosten, eine ungünstige demografische Entwicklung, verschärfter Wettbewerb von Niedriglohn- und Industrieländern gleichermaßen und der Wille, zu den wohlhabenden Ländern der Welt aufzuschließen, haben Chinas Wirtschaftsplaner dazu veranlasst, eine Initiative namens China Manufacturing 2025 zu starten. Ziel ist es, fortschrittliche Branchen und Techniken mithilfe des Staates voranzubringen, wie die Europäische Handelskammer in China analysiert hat.

Chinesen nehmen technische Neuheiten sehr schnell an

„Neueste technische Anwendungen werden in China heute sehr schnell implementiert“, stellt auch Dirk von Wahl, Präsident und CEO des TÜV Süd Greater China, in einem Interview mit der Deutsch-Chinesischen Handelskammer fest. Als Beispiel nennt er das Bezahlsystem von We-Chat, mit dem sich zahlreiche Produkte oder sogar der eigene Anteil am Restaurantessen mit Freunden per Smartphone bezahlen lassen. „Ich würde sagen, dass die Digitalisierung eine oder sogar die wichtigste Geschäftschance in China ist“, sagt er weiter.

Die Europäische Handelskammer ist allerdings skeptischer. Denn in der Breite bleibt China noch bei Forschung und Entwicklung hinter den Industrieländern zurück. So erreichen die F&E-Investitionen in den chinesischen Unternehmen gerade einmal 33 bis 50 % des Niveaus in den fortschrittlichen Industrieländern; vor allem die kleinen und mittleren Unternehmen sind hier schwach. Im Ergebnis erreicht China zwar einen Anteil von 20 % an der globalen Fertigung, doch der Anteil an der Wertschöpfung ist deutlich niedriger. „Chinas Kapazität für eigene Innovationen, insbesondere grundlegende Innovationen, ist immer noch schwach. Die Tatsache, dass wir von anderen auf entscheidenden Gebieten und bei Schlüsseltechnologien kontrolliert werden, hat sich nicht geändert“, sagt denn auch Xi Jinping, Präsident der Volksrepublik.

China Manufacturing 2025 soll die Herausforderungen bewältigen

Als Antwort auf diese Herausforderungen wurde China Manufacturing 2025 formuliert. Das Programm scheint laut der Europäischen Handelskammer in China vom deutschen Industrie-4.0-Konzept inspiriert, geht aber deutlich darüber hinaus. Für die Volksrepublik geht es nicht nur um technischen Fortschritt, sondern um eine komplette Restrukturierung der Industrie, um sie wettbewerbsfähiger zu machen. Damit ist Industrie 4.0 nur ein Teil der chinesischen Strategie.

Innerhalb von China Manufacturing 2025 wurden zehn Schlüsselsektoren definiert, denen nach Angaben der Europäischen Handelskammer besondere Aufmerksamkeit zuteil werden soll:

  • IT der nächsten Generation,
  • NC-gesteuerte High-End-Maschinen und -Roboter,
  • Raumfahrt und Luftfahrtausrüstung,
  • Hightech-Schiffbau und -Schiffsausrüstung,
  • fortschrittliche Schienenfahrzeuge,
  • energiesparende und Elektroautos,
  • elektrische Ausrüstung,
  • Landmaschinen und -ausrüstung,
  • neue Materialien sowie
  • Biopharmazeutika und hochperformante medizinische Geräte.

Bis zum Jahr 2020 sollen 40 % der Basiskomponenten und -materialien im Inland hergestellt werden, bis 2025 soll der Anteil auf 70 % steigen. Die Betriebskosten, Taktzeiten und der Ausschuss sollen bis 2020 um 30 % sinken, fünf Jahre später soll die Hälfte erreicht sein.

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