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Auch sollen bis zum Jahr 2020 insgesamt 15 Innovationszentren etabliert sein, im Jahr 2025 sollen es 40 sein. Laut der Europäischen Handelskammer ist es aber unklar, nach welchen Kriterien die Marktanteile bewertet werden sollen. Ebenfalls unklar ist, was die Regierung unter „eigenen Innovationen“ versteht – hierzu gibt es widersprüchliche Signale. Die Kammer sieht deshalb China Manufacturing 2025 im Grunde genommen als einen großangelegten Plan zur Importsubstitution mit dem Ziel, Schlüsselindustrien zu nationalisieren oder wenigstens die Position der ausländischen Unternehmen zu schwächen.
China Manufacturing 2025 könnte drohende Überkapazitäten aufzeigen
Für die Europäische Handelskammer ist es deshalb plausibel, dass mit dieser großen Unterstützung durch die zentrale und lokale Regierungen China Manufacturing 2025 auch als Frühwarnsystem für die internationalen Handelspartner dienen kann, in welchen Branchen industrielle Überkapazitäten bis zum Jahr 2025 und darüber hinaus wahrscheinlich entstehen werden. Wirtschaftszweige wie Stahl oder Photovoltaikpaneele hätten gezeigt, dass solche Überkapazitäten die Gefahr heraufbeschwören, neue Spannungen mit Chinas internationalen Handelspartnern zu schaffen und bestehende Spannungen zu verschärfen. Darüber hinaus könnte der von der Regierung verfolgte Ansatz, Unternehmenskäufe im Ausland im Einklang mit den Prioritäten der Industriepolitik voranzutreiben, die Bemühungen der chinesischen Unternehmen gefährden, auf einer marktgerechten Basis im Ausland zu investieren.
Kurzfristig könnte China Manufacturing 2025 für manche europäische Unternehmen eine attraktive Gelegenheit bieten, um eine wichtige Rolle zu übernehmen. Viele Firmen aus Europa hätten bereits Partnerschaften mit chinesischen Unternehmen aufgebaut, um kritische Komponenten, Technik und Managementkompetenzen für die Bereiche bereitzustellen, die von China Manufacturing 2025 erfasst werden. Allerdings warnt die Europäische Handelskammer, dass langfristig der Marktzugang für europäische Unternehmen eingeschränkt werden kann, besonders in den Bereichen, in denen chinesische Unternehmen in der Lage sind, die Technologielücke zu schließen.
Chinesische Unternehmen bereits auf dem Weg zu Industrie 4.0
Wie die Schritte in Richtung Industrie 4.0 und Digitalisierung in der Praxis aussehen können, zeigt das Berliner Softwareunternehmen PSI. Dessen Tochtergesellschaft PSI Mines&Roads hat vom Bergbauunternehmen Shendong zu Jahresbeginn die Gesamtabnahme für das Prozessführungs- und Steuerungssystem PSI-Mining als Bergbau-Leitsystem erhalten. Shendong ist laut Mitteilung des Berliner Softwareanbieters ein hundertprozentiges Tochterunternehmen der Shenhua Group Corporation Limited. Diese ist mit einer Jahresproduktion von mehr als 440 Mio. t der größte Kohleförderer in China.
PSI-Mining ist weltweit das erste System, das alle unterlagerten Automatisierungs- und Sicherheitssysteme in einem übergeordneten Leitsystem integriert und damit Industrie-4.0-Konzepte in der Rohstoffförderung umsetzt, wie es weiter in der Mitteilung heißt. Das neue Leitsystem und das gesamte Projekt stellen die Grundpfeiler für zukünftige Prozessoptimierungen und weitere Automatisierung der Produktion dar. Damit werden laut Mitteilung wesentliche Konzepte von Industrie 4.0 umgesetzt.
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