Milliardenprojekt Chipgigant TSMC startet Halbleiterprojekt in Dresden

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Noch ist nicht viel zu sehen vom neuesten Zukunftsprojekt in Sachsen. Doch in den kommenden Monaten soll es in Silicon Saxony quasi Schlag auf Schlag gehen, wie es heißt.

Der taiwanische Chipriese TSMC startet im Norden von Dresden jetzt mit dem Bau einer Chipfabrik. Viel Geld fließt dabei aus staatlichen Quellen. Es sollen 2.000 Arbeitsplätze entstehen.(Bild:  TSMC)
Der taiwanische Chipriese TSMC startet im Norden von Dresden jetzt mit dem Bau einer Chipfabrik. Viel Geld fließt dabei aus staatlichen Quellen. Es sollen 2.000 Arbeitsplätze entstehen.
(Bild: TSMC)

TSMC plant mit den drei Unternehmen Bosch, Infineon und NXP Semiconductor den Bau einer neuen Halbleiterfabrik im Norden von Dresden. Die Partner, die alle eigene Fertigungsstätten in Dresden unterhalten, sollen jeweils zehn Prozent am Gemeinschaftsunternehmen European Semiconductor Manufacturing Company (ESMC) halten, TSMC also 70 Prozent. Das Unternehmen erwarte, dass die Investitionssumme zehn Milliarden Euro übersteigen werde. Die Hälfte der Investitionskosten wird dabei von den Steuerzahlern in Deutschland aufgebracht, denn der Deal umfasst ein staatliches Subventionspaket, wie man dazu erfährt.

Rund 2.000 Arbeitsplätze werden entstehen

Im Gegensatz zu den Chips für Hochleistungs-Smartphones sollen die Halbleiter aber nicht über die neuesten 3- oder 4-Nanometer-Verfahren hergestellt werden, sondern mit größeren Strukturbreiten. Diese Chips sind in der Autobranche gängig. Mit der Ausbreitung vernetzter Fahrzeuge und Elektroautos benötige die Branche nicht zuletzt immer mehr davon. Bei ESMC sollen im Zuge dessen rund 2.000 Arbeitsplätze entstehen. Für den Fachkräftebedarf werde schon vorgesorgt. Dieser Tage kehrten etwa die ersten 30 Studenten sächsischer Hochschulen aus Taiwan zurück. Sie hatten dort sechs Monate studiert und Praktika bei TSMC absolviert. Im kommenden Jahr soll eine duale Ausbildung in den Berufen Mikrotechnologe und Mechatroniker beginnen. Im Januar 2025 will das Unternehmen außerdem auf der Ausbildungsmesse Karrierestart in Dresden präsent sein. Aber auch Fachkräfte aus Taiwan sollen die Arbeit in Dresden unterstützen.

Staatliche Unterstützung für mehr Resilienz

Lieferengpässe in der Coronazeit haben offenbart, wie abhängig Deutschland und Europa von der Versorgung mit Chips, vor allem aus Asien, sind. Die Autoindustrie war damals bekanntlich besonders hart betroffen. Mehrere Hersteller mussten die Produktion aussetzen. Nun könnte Deutschland aus Sicht von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) der große Standort für die Halbleiterproduktion in Europa werden. Das sei wichtig für die Resilienz von Produktionsstrukturen in der ganzen Welt. Staatliche Beihilfen sind bei solchen Vorhaben nicht ungewöhnlich. Es gibt aber immer wieder auch Kritik daran, den Unternehmen mit Steuergeld unter die Arme zu greifen.

(ID:50134908)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung