Werkzeugmaschinen Citizen Machinery stärkt den Standort Deutschland
Näher am Kunden sein das ist das Ziel der Neuausrichtung des japanischen Werkzeugmaschinenherstellers Citizen Machinery. Dabei wird Esslingen Kernstandort für die gesamten Aktivitäten im Bereich Vertrieb und Service in Europa, wie Joachim M. Müller, Vertriebsleiter Deutschland, erläutert.
Anbieter zum Thema
MM: Herr Müller, Citizen-Boley firmiert seit Beginn dieses Jahres unter Citizen Machinery Europe GmbH. Ist mit dieser Umfirmierung auch eine Neuordnung der Aktivitäten auf dem europäischen Markt verbunden?
Müller: Mit dem neuen Namen soll die Bedeutung des europäischen Zentralstandortes Esslingen stärker hervorgehoben werden. Neben Japan und den USA sind wir damit einer der drei Kernstandorte von Citizen Machinery. Im Zuge der Umfirmierung wurde eine Aufteilung der bisherigen Aktivitäten in drei Bereiche vorgenommen: Service und Vertrieb Europa, Service und Vertrieb Deutschland und Technologiezentrum Europa. Konkret heißt es, dass die gesamten europäischen Aktivitäten von unserem Bereich Service und Vertrieb Europa durchgeführt und kontrolliert werden. Wir versorgen unsere ausländischen Handelspartner oder arbeiten direkt in ausgewählten Ländern. Dies beinhaltet auch die Unterstützung beim Service und Verkauf von Ersatzteilen für ganz Europa.
Der Bereich Service und Vertrieb Deutschland konzentriert sich auf den deutschen Markt. Dieser ist für Citizen Machinery Europe der Hauptmarkt, der zukünftig noch weiter ausgebaut werden soll. Der deutsche Service und Vertrieb ist bereits erweitert worden und wird in Zukunft weiter personell aufgestockt. Zur Betreuung des deutschen Marktes haben wir eine Einheit aus Service und Vertrieb mit eigenem Profit-Center geschaffen, mit dem wir eigenverantwortlich den Markt bearbeiten können. Unsere Kunden spüren dies bereits mit einer stärkeren Präsenz und intensiveren Betreuung. Das Technologiezentrum Europa umfasst alle Entwicklungs- und Konstruktionstätigkeiten im Zusammenhang mit Produktentwicklungen, kundenspezifischen Anwendungen sowie Sonderkonstruktionen. Zusätzlich wird das Gebrauchtmaschinengeschäft verstärkt, Reparaturen von Maschinen, Komponenten und Zubehör durchgeführt. Insbesondere der deutsche Markt wird davon profitieren, weil hier in Sachen Technologie und Sonderkomponenten am meisten gefordert wird.
MM: Welche Vorteile ergeben sich dadurch für die Kunden?
Müller: Wir suchen mit der Neugestaltung verstärkt die Kundennähe. Wir gründen Vertriebsbüros direkt in den Verkaufsgebieten. Parallel dazu existieren bereits Vorführzentren in Dresden, Hilden und natürlich Esslingen. Für das südliche Baden-Württemberg wird am Heuberg, um den sich sehr stark die Drehbearbeitung konzentriert, bis Mitte des Jahres ein Technik- und Vorführzentrum eröffnet. In allen erwähnten Zentren werden technische Unterstützung, Maschinenauslegungen und auch Programmierberatung angeboten. Der Kunde bekommt von Citizen nicht nur die Maschine und das komplette System, sondern kann sich von der Funktionsfähigkeit der Maschine überzeugen. Dies wird durch Drehversuche für vom Kunden benötigte Produktionsteile bewiesen. Die kurzen Wege ermöglichen es dem Fertigungsleiter seine Mitarbeiter für spontane technische Fragen und Unterweisungen in den Servicezentren vorbeizuschicken. Die Positionierung unserer Mitarbeiter in verschiedenen Regionen Deutschlands spart dem Kunden Anfahrtskosten und Wartezeit ein.
MM: Eine Stärke von Citizen sind Langdrehmaschinen. Welche Schwerpunkte werden bei der Weiterentwicklung dieser Maschinen gesetzt?
Müller: Im Bereich der Präzision und Feinwerktechnik haben wir für anspruchsvolle Teile bereits heute am Markt führende Langdrehautomaten mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis. Dort werden wir nochmals ansetzen und das Bearbeitungsspektrum im Mikrobereich ausdehnen. Auf der anderen Seite erhöhen wir die Stabilität gegenüber mechanischen und thermischen Einflüssen und gehen in den nächsten Schritten die Reduzierung der Nebenzeiten und die Verbesserung der Energieeffizienz an.
MM: Wie bewerten Sie den Markt für Langdrehmaschinen?
Müller: Ungebrochen gut bis sehr gut. Wenn wir als Hersteller von Langdrehautomaten es vollbringen, diese Technik weiter bekannt zu machen, werden wir in den kommenden Jahren ein hohes Wachstum haben. Mit unseren Cincom-Langdrehautomaten können wir sehr viele konventionelle Kurzdrehautomaten ersetzen, weil bei vielen Drehteilen die Langdreher um einiges schneller sind. Die klassischen Langdreher sind jedoch eher auf einem Nischenmarkt zu finden; so haben wir die Aufgabe, unsere Technik auch außerhalb unseres bekannten Anwenderstammes publik zu machen und zu etablieren.
MM: Was präsentiert Citizen Machinery Europe auf der Metav?
Müller: Citizen hat im letzten Jahr mit Miyano Machinery in Japan eine Kapital- und Geschäftsallianz geschlossen. Citizen ist Weltmarktführer bei CNC-Langdrehautomaten im Drehbereich bis zu einem Durchmesser von 32 mm, während Miyano ein führender Produzent von Kurzdrehautomaten im Durchmesserbereich zwischen 35 und 65 mm ist. Die Synergien der beiden Unternehmen werden auf der Metav auf einem gemeinsamen Messestand sichtbar, dort präsentieren wir zwei CNC-Langdrehmaschinen.
Citizen Machinery Europe GmbH auf der Metav 2008: Halle 17 Stand A45
(ID:244952)