Steuerungen CNC steigert die Produktivität auch bei der Kleinserienfertigung

Autor / Redakteur: Alois PEnzkofer / Dipl.-Ing. (FH) Monika Zwettler

90% der Arbeiten im Orgelbau werden von Hand erledigt: In der Pfeifenfertigung und der Schreinerei können kaum Maschinen eingesetzt werden. Bei der spanenden Fertigung der Stimmgeräte für die Pfeifen aber können Bearbeitungszentren mit moderner CN-Steuerung die Produktivität steigern.

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Traditionelles Handwerk verbindet sich im Orgelbau mit modernster Technik. Bei dem Weikersheimer Unternehmen Laukhuff fließen Tradition und Moderne in einer Weise zusammen, die sich nicht nur sehen, sondern vor allem auch hören lassen kann: Das Familienunternehmen mit seiner fast 200-jährigen Geschichte ist international führend im Orgelbau – als Zulieferer für die bekanntesten Orgelbauer sowie als Anbieter von kompletten Eigenentwicklungen (Bild 1).

Moderne Maschinen mit CNC für die Zerspanung

Es versteht sich nicht als Industrie-, sondern vielmehr als Handwerksbetrieb mit klassischer Manufaktur; vor allem in der Schreinerei und bei der Herstellung der Orgelpfeifen können kaum Maschinen zu Hilfe genommen werden, dort ist zu 90% Handarbeit angesagt. In der spanenden Fertigung hingegen setzt der Orgelbauer auf moderne Fräs- und Drehmaschinen und hat die CNC-(Computerized-Numerical-Control-) Familie Sinumerik von Siemens im Einsatz.

Auf Wunsch liefert der Orgelbauer alles aus einer Hand, von der Konstruktion über die Einzelteilfertigung bis zur Montage vor Ort. Auch wenn Kunden nur eine ungefähre Skizze und die Standort-Information der Orgel haben, muss abgeschätzt werden, ob der Auftrag technisch ausführbar ist. Für große Spieltische, die beinahe 20 t wiegen, gilt es beispielsweise, die Statik des Bodens zu überprüfen. Selbst die Sitzbank und Tastenbeleuchtung baut das Unternehmen selbst.

Die Perfektion des Orgelbauers spiegelt sich in Optik, Haptik und natürlich im Klang der Instrumente wider. Ebenso positiv wirkt sie sich auf ihre Zuverlässigkeit aus. Denn anders als in der heutigen, schnelllebigen Zeit üblich, braucht der Organist für ein Laukhuff-Instrument selbst in 100 Jahren keine Ersatzinvestition einzuplanen. Allenfalls ein paar Ersatzteile werden notwendig.

Dreh- und Fräsmaschinen steigern den Durchsatz in der spanenden Fertigung

Trotz der weltweit anerkannten Qualität steht auch dieser Familienbetrieb unter ständigem Preisdruck. Um diesem begegnen zu können, nutzt der Orgelbauer alle Möglichkeiten, um die Produktivität zu steigern. Insbesondere in der spanenden Fertigung ist die Handarbeit weitgehend passé. Fünf Dreh- und drei Fräsmaschinen sorgen für einen hohen Durchsatz – allen voran die jüngste Anschaffung, ein CNC-Fünf-Achs-Zentrum (3+2) der U-Serie (Bild 2) der Spinner Werkzeugmaschinenfabrik mit dem Automatisierungssystem Sinumerik.

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