Drehwerkzeuge Das Echo auf die Schnittstelle „mechatronic ready“ ist positiv
Zu den Vorreitern bei mechatronischen Werkzeugen zählt Komet. Dr.-Ing. Jürgen Fronius, Leiter des Geschäftsbereichs Mechatronik bei der Komet Group GmbH in Besigheim, erklärt als „oberster Mechatroniker“ des Unternehmens den Nutzen und die Anwendungsmöglichkeiten dieser Technik.
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Für welche Einsätze eignen sich Ihre mechatronischen Werkzeuge, wie etwa die U-Achs-Systeme, die im Wesentlichen aus jeweils einem kompakten Plandrehkopf mit Einfachschieber bestehen, der mittels Servomotor und Gewindespindel angetrieben wird?
Fronius: Dabei ist natürlich nach Hub zu unterscheiden. Die Werkzeuge mit Hüben größer als 10 mm sind alle ungewuchtet. Das heißt, der Anwender kann damit Drehkonturen in Stahl oder Guss aufgrund der geringeren Schnittgeschwindigkeit bearbeiten. Selbstverständlich sind auch hohe Schnittgeschwindigkeiten erreichbar. Jedoch ist dies bauteil- und davon abhängig, ob die Aufsatzwerkzeugmasse – bezogen auf den zu bearbeitenden Durchmesser – es zulässt.
Wie sieht es mit Ihrem High Performance System (HPS) aus, das laut Komet-Angaben mit dessen Aufsatzwerkzeugen und Wendeschneidplatten Bearbeitungsmöglichkeiten bieten soll, die auf einem Bearbeitungszentrum bisher nicht denkbar waren?
Fronius: Das High Performance System ist gezielt für große Drehzahlen bis maximal 8000 Umdrehungen ausgelegt, die es auch über den maximalen Hubbereich von ±4 mm – also über insgesamt 8 mm – fahren kann. Es erreicht daher auch bei relativ kleinen Durchmessern hohe Schnittgeschwindigkeiten. Die Genauigkeit erreicht auch eine neue Dimension, weil dieses System standardmäßig ein direktes Wegmesssystem besitzt. Ein kompaktes Wuchtsystem, das die Abhängigkeit der Stellkräfte von der Drehzahl entkoppelt, macht das HPS komplett.
Was stellt Komet auf diesem Gebiet auf der EMO 2011 vor und für welche Anwendungen kommen die neuen Werkzeuge besonders infrage?
Fronius: Außer den bereits erwähnten Produkten geht es auf der EMO um die Integration diverser Module des HPS wie Unwuchtausgleich und direktes Wegmesssystem in klassische Planschiebersysteme, die dadurch sowohl hinsichtlich Drehzahl als auch Genauigkeit erheblich leistungsfähiger werden. Aus diesen Leistungssteigerungen lassen sich auch die angestrebten Anwendungen ableiten. Grundsätzlich empfehlen wir die mechatronischen Systeme für kleine und mittlere Serien, die flexibel über Bearbeitungszentren geschleust werden können, die leistungsgesteigerten Planschieber sind für die Großserie geeignet.
Sie setzen zusammen mit Mapal auf die vereinheitlichte Schnittstelle „mechatronic ready“. Wie kommt diese Lösung bei den Anwendern auf dem Markt an und wie geht es damit weiter?
Fronius: Grundsätzlich ist das Echo auf „mechatronic ready“ positiv, jedoch kann diese gemeinsame Lösung nur Teilfragen der Integration beantworten. Hinzu kommen noch maßliche Veränderungen der Schnittstellenkomponenten, die für beide Systeme kompatibel sein müssen und dadurch größer bauen als die jeweiligen Originalbauteile. Tatsächlich kann davon ausgegangen werden, dass Komet und Mapal sich konsequenterweise den Herausforderungen auf der Plattform Werkzeugmaschine gemeinsam stellen werden.
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