Arbeitsplatzbeleuchtung Das richtige Licht am richtigen Ort als ergonomischer Faktor

Redakteur: Claudia Otto

Der demografische Wandel stellt Unternehmen vor neue Herausforderungen. Sie wollen junge Mitarbeiter mit attraktiven Arbeitsbedingungen anwerben und ältere möglichst lange und produktiv im Arbeitsleben halten. Damit wird Ergonomie zum zunehmenden Erfolgsfaktor – und Licht spielt dabei eine wichtige Rolle.

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Individuell einstellbare Lichtlösungen kommen dem im Alter zunehmenden Lichtbedarf entgegen.
Individuell einstellbare Lichtlösungen kommen dem im Alter zunehmenden Lichtbedarf entgegen.
(Bild: Waldmann)

Die ergonomische Qualität von Arbeitsplätzen in der Industrie ist unter anderem davon abhängig, ob Sehaufgaben mühelos bewältigt werden können. Das ist vor allem dann realisierbar, wenn sich die Lichtverhältnisse an unterschiedliche Bedarfe anpassen lassen. Ansonsten sind Müdigkeit, Kopf- oder Augenschmerzen, Konzentrationsschwächen und erhöhte Fehlerquoten die Folge.

Damit sind individuell einstellbare Lichtquellen insbesondere dann wichtig, wenn es um Schichtarbeit, abwechselnde Tätigkeiten oder Mehrfachbesetzungen eines Arbeitsplatzes durch Personen unterschiedlichen Alters geht. Denn je nach Tageszeit, Tätigkeit, Alter oder individuellem Bedürfnis – der Mensch benötigt unterschiedliche Lichtverhältnisse, um wirklich gut sehen zu können.

Bei unterschiedlichen Arbeiten Lichtverhältnisse anpassen

Grundsätzlich gilt: Je anspruchsvoller eine Sehaufgabe ist, desto höher ist der Lichtbedarf. Gerade wenn zwischen gröberen und feineren Arbeiten an einem Arbeitsplatz gewechselt wird, ist eine Anpassung der Lichtverhältnisse sinnvoll.

Ein Arbeitsplatz kann aus mehreren Bereichen bestehen, die unterschiedliche Anforderungen an die Beleuchtung stellen können: dem Bereich der Sehaufgabe, dem der unmittelbaren Umgebung und dem Hintergrundbereich. Im Bereich der Sehaufgabe muss die Beleuchtungsstärke am höchsten sein und kann bis zum Hintergrundbereich deutlich abnehmen (siehe Abbildung).

Die Beleuchtung am Arbeitsplatz muss auch den individuellen Lichtbedarf berücksichtigen, denn Menschen haben ein unterschiedliches Lichtbedürfnis, wobei mit zunehmendem Alter der Lichtbedarf steigt. So benötigt ein 60-Jähriger eine doppelt so hohe Beleuchtungsstärke wie sein 20-jähriger Kollege, um den gleichen Eindruck von Helligkeit zu haben. Das liegt daran, dass sich die Linse mit zunehmendem Alter eintrübt, die Pupillenweite vergrößert und damit die Sehschärfe abnimmt.

Blaues Licht macht Mitarbeiter wacher und konzentrierter

Ebenfalls zu berücksichtigen ist die Tageszeit, denn auch unsere innere Uhr ist lichtabhängig. Erst im Jahr 2002 entdeckten Forscher Ganglienzellen in der Netzhaut, die nicht dem Sehen dienen. Stattdessen steuern sie unsere innere Uhr, also den Tag-Nacht-Rhythmus abhängig von der Lichtmenge. Besonders sensibel reagieren die Zellen auf blaues Licht.

Das wiederum beeinflusst die Produktion des Schlafhormons Melatonin im Körper. Es wirkt daher in der Regel nachts. Besonders Nachtschichtarbeiter müssen gegen das so erzeugte Schlafbedürfnis ankämpfen. Weil blaues Licht die Produktion von Melatonin unterdrückt, macht es uns wacher und konzentrierter. Auch höhere Beleuchtungsstärken helfen gegen Müdigkeit.

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